c't Fotografie 2/2017
S. 3
Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

Fotografieren, was heißt das eigentlich für Sie? Sorgfältig belichten und gestalten? Ihr perfektes Bild kommt nämlich aus der Kamera, die Sie auch in vollem Umfang ausnutzen. Oder liefert die Kamera für Sie nur das Rohmaterial? Das fertige Bild entsteht später – auch und vor allem mithilfe von Software am PC, Tablet oder Laptop.

Tatsächlich klingen die Lockrufe der Software süß. Das beweisen auch etliche Artikel in diesem Heft. Mit den richtigen Filtern und Apps werden selbst Smartphone-Fotos zu kleinen Kunstwerken. Und einst sperrige Raw-Entwickler wie Capture One zeigen sich mittlerweile handzahmer und dabei immer noch äußerst mächtig – beherrschbar möchte man fast sagen. Warum sollte man das nicht für sich nutzen?

Doch ich beobachte wohlwollend einen weiteren Trend: Die Hardware macht der Software Konkurrenz. Gerade die spiegellosen Systemkameras, wie wir sie im aktuellen Heft testen, helfen Fotografen mit unzähligen Werkzeugen dabei, das optimale Bild schon aus der Kamera herauszuholen. Mächtige Bildstile optimieren Sättigung, Kontrast und Schärfe in den Kamera-JPEGs, und Filmsimulationen zaubern analoge Looks – ganz ohne Nachbearbeitung am PC.

Mir gefällt dieser Trend persönlich sehr gut: Sich in seine Kamera hineinzuarbeiten, sie zu beherrschen und mit ihr genau die Bilder zu machen, die man haben will – das ist doch echt ein Traum.

Unterschrift Sophia Zimmermann Sophia Zimmermann