c't Digitale Fotografie 2/2018
S. 54
24-mm-Festbrennweiten
Aufmacherbild

TEST

Weitwinkel-Allrounder 24-mm-Objektive

Mit Weitwinkelobjektiven lassen sich spektakuläre Bildwirkungen realisieren. Dazu sind sie beinahe unentbehrlich für Landschafts- und Architekturaufnahmen. Grund genug, sich die Vertreter im gemäßigten Weitwinkelbereich einmal genauer anzuschauen.

Wer mit einem Weitwinkel-Objektiv fotografiert fängt Tiefe und Weite mit einer Dramatik ein, die immer wieder fasziniert. In Form einer Festbrennweite stellen diese Objektive aber auch Ansprüche an den Fotografen. Den passenden Bildausschnitt kann man nicht einfach per Dreh am Zoomring wählen, sondern man muss sich bewegen. Darüber hinaus muss man ein Auge fürs Motiv entwickeln und manchmal auch damit leben, dass ein Foto nichts geworden ist. Der große Bildwinkel fängt auch Dinge ein, die man vielleicht nicht auf dem Foto haben möchte. Ein leerer Vorder- oder Hintergrund kann schnell langweilig wirken oder wenn dort zu viel passiert, vom eigentlichen Motiv ablenken. Und nicht zuletzt kann auch die Belichtung problematisch sein, da das Objektiv durch seinen großen Bildwinkel häufig ungleichmäßig beleuchtete Szenen einfängt.

Auf der anderen Seite sind außergewöhnliche Aufnahmen möglich. Denn wo das Teleobjektiv Abstände zusammenstaucht, schafft das Weitwinkel Tiefe. Abstände zwischen Objekten erscheinen weiter als sie sind und nahe Objekte werden riesig, während ferne winzig klein scheinen. Dazu stellt der große Bildwinkel auch einen Kontext zum Motiv her: Man sieht, was drum herum geschieht. Weitwinkelobjektive werden aus diesem Grund besonders gern in der Landschafts- und Architekturfotografie eingesetzt.

Je extremer also geringer die Brennweite, umso mehr kämpfen die Optiken mit Bildfehlern wie einer tonnenförmigen Verzeichnung. In diesem Test haben wir uns gemäßigte Weitwinkelobjektive mit einer Brennweite von 24 und 25 Millimetern angeschaut. Diese sind auch als Reportagebrennweite bekannt und decken einen großen Einsatzbereich von der Street- über die Landschafts- bis zur Architektur- und Porträtfotografie ab. Dabei sind sie noch weitgehend frei von extremen Abbildungsfehlern wie man sie zum Beispiel von Fisheye-Objektiven kennt. Wie gut den einzelnen Herstellern die Fehlerkorrektur gelungen ist und wie sich die unterschiedlichen Objektive an den verschiedenen Kamerasystemen schlagen, haben wir uns genau angeschaut.