c't Digitale Fotografie 3/2019
S. 100
Vintage-Objektive an Systemkameras
Aufmacherbild

Vintage-Charme: Antike Objektive an digitalen Systemkameras

Die Haptik alter, rein mechanischer Technik, die Unvollkommenheit in der Bedienung und die teilweise überraschenden Ergebnisse machen den besonderen Reiz alter Rollfilm-Klappkameras aus. Mit kleinem Aufwand kann man ihre Objektive aber auch an moderne digitale Spiegelreflex- und Systemkameras adaptieren – mit erstaunlichen Möglichkeiten.

Wie wäre das, nicht hektisch von Motiv zu Motiv zu hasten und knipsen, sondern stattdessen Fotografie zu zelebrieren? Den Verschluss manuell spannen, Zeit und Blende mit einem externen Belichtungsmesser erfassen und zum Fotografieren einen Drahtauslöser drücken – diese Zeremonie des Fotografierens ist mit den modernen Digitalkameras in Vergessenheit geraten. Zur Renaissance gelangt diese sehr entschleunigte Art der Fotografie durch die Möglichkeit, alte Objektive an digitale Kameras anzuschließen.

Analoge Objektive an Systemkameras zu adaptieren ist besonders durch das Sony E-Mount-System mit seinem geringen Auflagenmaß, also dem geringen Abstand von der Auflage des Objektivs bis zur Filmebene, beliebt geworden. Mittlerweile gibt es für etliche Kamerabajonette passende Adapter. Bei den hier verwendeten Optiken handelt es sich um Mittelformatobjektive für das Format 6×6 oder 6×9, die normalerweise fest verbaut sind. Daher müssen wir einen Adapter selber bauen. Das Auflagenmaß beträgt zirka 66 Millimeter. Das reicht, um sie an die meisten Systemkameras problemlos zu adaptieren, und ermöglicht sogar, Sensoren im Kleinbildformat auszuleuchten. Das Auflagemaß der Rollfilmkameras sollte in den allermeisten Fällen groß genug sein.

Die Spenderkamera