c't Digitale Fotografie 3/2019
S. 56
Weitwinkel-Objektive für APS-C und MFT
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Test

Weitwinkel-Objektive für APS-C- und MFT-Kameras

Besonders für die kleineren APS-C- und MFT-Sensoren bleibt das Objektivangebot im Weitwinkel- und Superweitwinkelbereich überschaubar. Wir haben uns angesehen, wie gut die weitesten Objektive für sechs spiegellose Kamerasysteme wirklich sind. Im Test sind sowohl Originalobjektive der Kamerahersteller, als auch solche von Fremdanbietern.

Weitwinkel-Objektive für APS-C- und MFT-Kameras

Wer die Dynamik, die Details und die große Schärfentiefe von Weitwinkelobjektiven zu beherrschen versteht, der wird mit einzigartigen Aufnahmen belohnt. Die perspektivische Verzerrung der Optiken lässt alles im Vordergrund groß erscheinen, der Hintergrund wird dagegen zu einer riesigen Weite. Dabei gilt: Je weniger Brennweite, desto größer der Bildwinkel, umso mehr passt aufs Bild – auch hohe Gebäude und weite Landschaften. Bei falscher Ausrichtung entstehen stürzende Linien und Verzerrungen, die besonders in der Architekturfotografie zu viel Nacharbeit führen. Wie Sie Weitwinkel in der Praxis einsetzen, erfahren Sie im Artikel „Menschen im Weitwinkel“ auf Seite 68.

Auf der Suche nach sehr weitwinkligen Objektiven für spiegellose Kameras mit APS-C- und MFT-Sensoren wird man bei den Originalherstellern meist nicht fündig, zumindest wenn es um Festbrennweiten geht. Die Micro-Four-Thirds-Vertreter Panasonic und Olympus bieten minimal zwölf Millimeter Brennweite, was umgerechnet nur 24 Millimetern bei Kleinbild (KB) entspricht. Bei den MFT-Kameras ist Hersteller Laowa Spitzenreiter und füllt die Lücke in der Brennweitenskala. Das 7,5-Millimeter-Objektiv ist – auch wenn es erst einmal so klingt – keineswegs ein Fisheye, sondern ein Superweitwinkel.

Die Weitwinkelauswahl der APS-C-Veteranen Canon, Fujifilm, Leica und Sony ist auch keinesfalls üppig. Fujifilm verkauft eine 14-Millimeter-Festbrennweite, was noch 21 Millimetern entspricht. Sony bietet ein 16-Millimeter-Objektiv an (24 Millimeter KB), Leica und Canon sind noch weniger weitwinklig. Während es für Leica keine Fremdanbieterobjektive gibt, ist das Angebot für Canon EF-M, Fuji X und Sony E immerhin überschaubar. Mit der neun-Millimeter-Festbrennweite (13,5 Millimeter KB) von Laowa ist die derzeit weitwinkligste gefunden. Auch Samyang (baugleich mit Walimex) bietet mit dem Samyang 10mm 1:2,8 ED AS NCS CS ein ähnlich weitwinkliges Objektiv an (15 Millimeter KB).

Doch Fotografen müssen sowohl Samyang- als auch Laowa-Objektive manuell fokussieren und auch die Blende wird über einen Blendenring am Objektiv eingestellt. Für Besitzer von Fujifilm-Kameras ist das eine recht normale Sache, für andere gewöhnungsbedürftig. Dazu kommen die fehlenden Exifdaten und das kann echt nerven. Wer im Nachhinein noch wissen möchte, welche Blende er für eine bestimmte Aufnahme benutzt hat, der muss mitschreiben. Dafür sind die Preise dieser Optiken meist günstiger als die der Originalhersteller, mit Ausnahme der Pancakes von Canon und Panasonic.

Ist Komfort von Belang, bleibt nur wenig Auswahl. Das weitwinkligste in diesem Bereich ist – zumindest für Fujifilm und Sony E – das Zeiss Touit. Hier haben die Hersteller zusammengearbeitet. Das Objektiv bietet mit einer kleinbildäquivalenten Brennweite von 18 Millimetern einen Autofokus, Blendensteuerung und Exifdaten. Zu haben ist es dafür aber erst ab 800 Euro. Auch 14-Millimeter-Festbrennweite von Sigma zum doppelten Preis kommt noch in Frage.

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