c't Digitale Fotografie 5/2019
S. 8
War was?
Aufmacherbild

IM FOKUS

Neuigkeiten aus der Fotobranche

Nicht verzagen trotz schlechter Zahlen: Canon und Sony veröffentlichen ihre Quartalszahlen. Sie sind nicht berauschend, aber dennoch kein Grund für schlechte Laune. Wir Fotografen könnten sogar profitieren.

Er fährt im Geländewagen durch die Dämmerung, in der Ferne rollt eine Gnu-Herde als bedrohliche, gewaltige Staubwolke an – er setzt das Standardzoom auf seine Sony Alpha 7 und drückt ab. Für das perfekte Foto braucht Manuel Neuer nicht mal aus dem Auto aussteigen. Ein Telezoom hat er nicht, die Kamera wird es schon richten. Sonys neuer Werbespot zu den Alpha-7-Kameras ist spektakulär. So richtig authentisch ist er allerdings nicht. Dabei hat der Hersteller längst erkannt, dass der beste Werbestar kein Fußballer ist.

Der Markt rund um Kamerasensoren wächst, wovon Sony direkt profitiert. Im ersten Quartal 2019 hat er mit seiner „Imaging & Sensing Solutions“-Sparte knapp 400 Millionen Euro verdient. 20 Prozent mehr als im Vorjahresquartal und fast doppelt soviel wie mit seiner Sparte „Electronics Products & Solutions“, zu der die Digitalkameras zählen. Bild: Sony

Er setzt auf die Strahlkraft der High-End-Modelle für die gesamte Sparte. Anders sind Machbarkeitsstudien wie die A7R IV kaum zu erklären. Das jüngste Model der spiegellosen Vollformatkameras arbeitet mit einem 61-Megapixel-Chip und setzt damit einen neuen Auflösungsrekord in der Vollformatklasse. Obendrein ist die Serienbildrate mit zehn Bildern pro Sekunde samt Autofokusverfolgung vergleichsweise hoch. Sony demonstriert damit, wie gut Bildchip und -prozessoren aufeinander abgestimmt sind – und welche Datenflut der Hersteller so blitzschnell verarbeiten kann. Wir Fotografen profitieren direkt von dieser Strahlkraft-Strategie. Allerdings sind wir eher Beifang. Sony baut nicht nur Kameras und Objektive, sondern auch Bildsensoren. Und im ersten Quartal 2019 hat der Hersteller allein mit seiner „Imaging & Sensing Solutions“-Sparte knapp 400 Millionen Euro verdient. 20 Prozent mehr als im gleichen Vorjahresquartal und fast doppelt so viel wie mit seiner Sparte „Electronics Products & Solutions“, in der sich neben Fernsehern und Smartphones auch die Digitalkameras tummeln.

Nach eigenen Angaben hält der Hersteller bei den Sensoren einen Marktanteil von knapp über 50 Prozent und der soll sicher weiterwachsen. Die Chancen stehen nicht schlecht. Während immer weniger Digitalkameras verkauft werden, dürsten Industrie- und Automobilbranche immer stärker nach immer besseren Sensoren. Treiber sind weiterhin auch Mobilgeräte und Smartphones, die mittlerweile mit Dual-,Triple-, Quattro- und Penta-Kameras kommen. Während die eigenen Sony-Smartphones aber nicht zum Aushängeschild taugen, zeigt der Hersteller eben mit seinen Premium-Kameras regelmäßig, was machbar ist.