c't Digitale Fotografie 5/2019
S. 54
Kameratest
Aufmacherbild

Fujifilm GFX 100

Mittelformat 2.0

Die Fujifilm GFX 100 lässt die Konkurrenz schwitzen. Mit ihren 100 Megapixeln, 16 Bit Farbtiefe, Bildstabilisierung und vollem Wetterschutz wird die Welt zu ihrem Studio. Die spiegellose Profikamera tritt nicht nur gegen bekannte Mittelformathersteller an, sie sucht auch Kontakt bei der deutlich größeren Schicht ganz normaler Berufsfotografen. Hier erfahren Sie, ob die Kamera ihr Geld wert ist.

Sie waren die großen Spieler im digitalen Mittelformat: Hasselblad, PhaseOne und Mamiya. Mit 50 Megapixeln taucht Anfang des Jahres 2017 plötzlich eine neue Figur auf dem Spielfeld auf: Fujifilm. Die spiegellose Kamera GFX 50 war ähnlich groß wie eine Vollformat-DSLR und fand schnell Anklang beim Publikum. Jetzt setzt Fujifilm noch eine Nummer drauf: 100 Megapixel für unterwegs.

Hasselblad und Co. bieten ebenfalls Auflösungen bis 100 Megapixel an, die Preise der Kameras liegen aber zwischen 27.000 und 35.000 Euro – ohne Objektiv. Die Fujifilm GFX 100 dagegen wirkt mit ihren 11.000 Euro schon fast wie ein Schnäppchen. Dabei muss sie sich in Sachen Ausstattung nicht hinter den anderen verstecken und ist auf dem neuesten Stand der Technik. Also viel Leistung für wenig Geld? Die Antwort ist ja und nein, denn natürlich gibt es Gründe, warum eine PhaseOne deutlich voluminöser ist als eine Fujifilm GFX. Schuld ist nicht nur der Spiegelkasten, sondern auch die Sensorgröße. Mittelformat ist hier eben nicht gleich Mittelformat. Hasselblad, PhaseOne und Mamiya arbeiten mit Chips im Format 53,7 × 40,4 Millimetern, Fujifilm geht das mit 43,8 × 32,9 Millimetern deutlich kleiner an. Das ist immer noch 1,7-fach größer als ein Vollformat-Sensor, Hasselblad und Co. schaffen es aber auf die 2,5-fache Fläche.

Näher dran sind die DSLR-Modelle Leica S (30 × 45 Millimeter, 37 Megapixel) oder die Pentax 645 (43,8 × 32,8 Millimeter, Z: 51 Megapixel, D: 40 Megapixel). Leica plant für die zweite Jahreshälfte 2019 noch ein Pro-Modell mit 67 Megapixeln. Während beide mehr auf der Stufe der Fujifilm GFX 50 (S oder R) spielen, liegen die Preise hier sehr unterschiedlich. Knapp 6000 Euro will Pentax für die 645Z haben, Leica setzt für die S (Typ 007) direkt 18.600 Euro an. Da ist sogar die GFX 100 günstiger, bei deutlich mehr Megapixeln.