c't Digitale Fotografie 6/2019
S. 50
Kameratest
Aufmacherbild

TEST Sony A7R IV

Fürs Feine:

Mehr Details, mehr Präzision, mehr Tiefe: Die spiegellose Profi-Kamera Sony A7R IV will mit einer extra hohen Auflösung besonders brillante Fotos erschaffen. Doch was kann ein Vollformatsensor noch leisten, wenn sich 61 Millionen Pixel darauf quetschen?

Große Zahlen beeindrucken. Das wissen auch die Kamerahersteller und es scheint, dass sie ein neues Megapixel-Rennen vom Zaun brechen wollen. Zumindest Sony will das ganz offensichtlich. Das jüngste Modell seiner A7R-Reihe protzt mit 61 Megapixeln auf dem Vollformatchip. So viel gab es vorher auf diesem Sensorformat und zu einem Preis von 4000 Euro noch nie.

Tabelle
Tabelle: Technische Daten

Doch Sony stemmt sich damit nicht nur gegen die Konkurrenz aus den eigenen Reihen, sondern prescht auch dem spiegellosen Mittelformat entgegen. Dieses entwickelt sich mit Hasselblads X1D- und Fujifilms GFX-Serie seit einiger Zeit weg vom unerreichbaren Studio-Exoten hin zum alltagstauglichen System, das sich neuen Fotografenschichten öffnet. Auflösungen von 50 Megapixeln und mehr sind hier Standard. Gleichzeitig fallen die Preise. Statt der Mittelformat-üblichen +10.000 Euro kostet die X1D II „nur“ 6000 Euro, die GFX 50R sogar „nur“ 4500 Euro.

Die Sensorfläche ist dabei entscheidend für eine hohe Bildqualität. Und hier ist der Mittelformatchip mit seinen 43,8 × 32,9 Millimetern und seiner Fläche von 1441 Quadratmillimetern klar im Vorteil. Der Vollformatsensor kommt lediglich auf eine Fläche von 864 Quadratmillimeter. Bei gleicher Anzahl fallen seine Pixel deutlich kleiner aus und können somit in derselben Zeit weniger Licht einsammeln, was sich negativ auf Rauschverhalten und Dynamikumfang auswirkt. Im konkreten Fall haben die Pixel auf dem Sony-Sensor gerade noch eine Breite von 3,7 Mikrometern. So breit sind in etwa die einzelnen Pixel auf einem 100-Megapixel-Mittelformatsensor. Viel interessanter: Auch die Pixel auf einem 24-Megapixel-APS-C-Chip haben etwa diese Größe. Gibt Sony damit nun einen entscheidenden Vorteil des Vollformats gegenüber kleineren Sensoren auf?