c't Digitale Fotografie 6/2019
S. 34
Objektivtest
Makro Festbrennweiten für APS-C
Aufmacherbild

Makro FESTBRENNWEITEN

für APS-C

Motive aus der Makrowelt sind nicht nur den Vollformatfotografen vorbehalten. Auch für Kameras mit kleinerem Sensor haben die Hersteller passende Objektive im Angebot. Hier treffen Objektive für Spiegelreflex- und spiegellose Systeme aufeinander. Wir haben uns elf Festbrennweiten für den APS-C-Sensor angeschaut und getestet, wo die Stärken und Schwächen liegen. Dabei zeigen sich einige Schwächen, aber auch so manches Ausnahmetalent.

Makrofotografie lässt uns in verborgene Welten eintauchen und uns Strukturen, Farben und Details erkunden, die die üblichen Motiven nicht bieten. Dieser Schatz lässt sich aber nur mit spezialisierten Objektiven heben. Schon mehrfach haben wir uns deshalb dem Thema Makro-Objektive fürs Vollformat gewidmet, aber auch Fotografen mit APS-C-Kameras müssen nicht außen vor bleiben.

Wie im großformatigen Segment haben die Hersteller auch bei ihren „Consumer“-Kameras ein breites Angebot an Weitwinkel- und Teleoptiken, von günstig bis teuer. Dabei muss man den Crop-Faktor, also die Vergrößerung durch den Beschnitt des Bildkreises im Hinterkopf behalten: Ein 35-Millimeter-Objektiv hat am APS-C-Sensor die Bildwirkung eines 50-Millimeter-Normalobjektivs. Die 85-Millimeter-Optik entspricht einem 127-Millimeter-Tele. Während entsprechend der Brennweite ein Vollformat-Objektiv mit 100 Millimetern Brennweite eine Naheinstellgrenze von 30 und mehr Zentimetern hat – und nur bei dieser kürzesten Fokusdistanz erzielt man den maximalen Abbildungsmaßstab – kann dieser bei vergleichbaren APS-C-Objektiven teils deutlich darunter liegen. So sind es beim Canon EF-S 60 mm f/2.8 Macro USM etwa zehn Zentimeter weniger. Wer lebende Tiere fotografieren möchte, befindet sich dann schnell innerhalb der Fluchtdistanz.

Die getesteten Objektive dürfen – wie auch ihre Vollformatgeschwister – nicht nur als Makrospezialisten betrachtet werden, vielmehr eignen sie sich auch für andere fotografische Disziplinen. Die längeren Brennweiten im Testfeld bieten teilweise eine vergleichsweise hohe Lichtstärke und können damit auch hervorragend für die Porträtfotografie genutzt werden. Genauso verhält es sich bei den kürzeren Brennweiten, die sich alle im Bereich eines Normalobjektivs tummeln und damit echte Allrounder für Fotoaufgaben von Landschaft über Architektur, Street und Reportage sind.