c't Digitale Fotografie 6/2019
S. 6
Im Fokus

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NEUIGKEITEN AUS DER FOTOBRANCHE

Ein Ende kann ein Anfang sein: Die Photokina 2020 kämpft mit Absagen großer Hersteller. Kein Grund zum Jammern.

Die Photokina ist die internationale Leitmesse für Fotografie. Und Fotografie ist so wichtig wie noch nie. Deutlich mehr als eine Milliarde Bilder entstehen mittlerweile jährlich – gut doppelt so viele wie noch 2013. Der Leitmesse für Fotografie könnte es also prima gehen. Doch sie schwächelt, strauchelt: Nach der Ankündigung 2018, die Messe jährlich im Mai stattfinden zu lassen, um den kürzeren Produktzyklen Rechnung zu tragen, folgte schon gleich die unsägliche Absage für den Mai 2019. Die Photokina hat es trotz aller Mühe bis jetzt nicht geschafft, das Gesicht der modernen digitalen Fotografie zu werden, die nicht mehr allein vom klassischen Kameramarkt getrieben ist.

Olympus und die Photokina 2018 waren ein gutes Team. Das neue Konzept der Messe, Fotografie und Event zu verbinden, setzte der Hersteller mit seinem Playground meisterlich um. Bild: photokina/koelnmesse

Und es scheint, dass sie beim Bestreben nach Renaissance nicht nur die neue Generation nicht für sich gewinnen konnte. Sie hat dabei offenbar auch die schon etablierten Akteure verprellt. 2020 werden weder Nikon, noch Leica oder Olympus an der Leitmesse der Fotobranche teilnehmen. Und auch Fujifilm bleibt, nach aktuellem Erkenntnisstand zum Redaktionsschluss, der Photokina 2020 voraussichtlich fern.

Innovationen will Nikon 2020 nicht auf der Photokina zeigen, sondern gezielt auf kleineren Fotoveranstaltungen. Bild: photokina/koelnmesse

Das sind keine kleinen Lichter. Das sind zentrale Spieler am Kameramarkt, die – gerade im Falle von Fujifilm – zu den Innovationstreibern gehören und die eigentlich eine Menge vorzustellen hätten: Nikon will im nächsten Frühjahr sein neues DSLR-Spitzenmodell D6 in den Markt bringen und baut gerade weiter seine Z-Serie spiegelloser Systemkameras aus. Olympus füllte 2018 mit seinem Playground-Konzept eine ganze Halle und wäre damit für die Verquickung von Fotografie und Event bestens aufgestellt. Leica ist wohl der letzte echte deutsche Kamerahersteller und bekannt dafür, in Branchen jenseits des Kerngeschäfts zu investieren. Die Kooperationen mit dem chinesischen Smartphone-Hersteller Huawei und jüngst mit dem Drohnenhersteller Yuneec passen eigentlich sehr gut zum neuen Konzept der Messe.