c't Digitale Fotografie 1/2020
S. 108
KI in der Bildbearbeitung
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Bild: peshkov - stock.adobe.com

Künstliche Intelligenz

in der Bildbearbeitung

Der Begriff „Künstliche Intelligenz“ ist in aller Munde und begegnet uns in vielen alltäglichen Situationen – so auch bei Kameras und vor allem in der Bildbearbeitung. Für Anwender ist gut zu wissen, wie und wo KI in Photoshop oder Lightroom eingreift. So können Sie entscheiden, wann Sie die „intelligenten“ Automatiken nutzen und wie Sie sie mit dem eigenen handwerklichen Geschick kombinieren wollen.

Künstliche Intelligenz (KI) ist schon viel stärker in unseren Alltag eingezogen, als viele wissen. Jeder, der mit Siri oder Alexa „spricht“, interagiert mit künstlicher Intelligenz. Sie bestimmt Empfehlungen beim Online-Shopping und steuert jene freundlichen digitalen Assistenten, die am Bildschirmrand aufpoppen. Wir müssen also bei weitem nicht auf selbstfahrende Autos umsteigen oder einem Roboter die gesamte Hausarbeit überlassen, um mit künstlicher Intelligenz konfrontiert zu werden.

Auch in der Bildbearbeitung gehört KI mittlerweile zum Alltag. Sie ist dort aber nicht offensichtlich, sondern arbeitet im Verborgenen. Als Anwender nehmen wir meist nur die angenehme Vereinfachung alltäglicher Aufgaben wahr. Ist Ihnen vielleicht schon aufgefallen, dass die automatischen Tonwertanpassungen in Lightroom und Camera Raw feiner abgestimmt sind als früher? Dahinter steckt künstliche Intelligenz. Sie erkennt typische Bildinhalte und passt die automatischen Algorithmen darauf an.

Oder haben Sie verfolgt, wie sich die Auswahlwerkzeuge von Photoshop weiterentwickelt haben? Sie werden in der Handhabung immer einfacher und manche Auswahlen erledigen sich mit der Motivauswahl oder der neuen Objektauswahl inzwischen wie von selbst. Diese Art der Motiverkennung basiert auf Unmengen analysierter und mit künstlicher Intelligenz kategorisierter Bildinhalte. Die immer „intelligenter“ werdende Bilderkennung beschränkt sich aber nicht auf Motivinhalte, sondern funktioniert auch mit abstrakteren Pixelanordnungen. Sie hilft damit bei der Auswahlarbeit, typische Kontrastkanten zu finden, oder bei der Retusche, im Motiv die idealen Quellpixel aufzuspüren. Dank inhaltsbasierter Algorithmen geht uns die Retuschearbeit oder die Auswahlverfeinerung im Fenster Auswählen und Maskieren viel leichter von der Hand.