c't Digitale Fotografie 1/2020
S. 100
Photoshop auf dem iPad
Aufmacherbild
Bild: ifeelstock, stock.adobe.com, Montage c’t Fotografie

PHOTOSHOP MOBIL

auf dem iPad

Nach Lightroom hat Adobe jetzt auch den Platzhirsch Photoshop als mobile App vorgestellt – vorerst nur für Apples iPad. Da drängt sich die Frage auf: Wie weit haben die Entwickler den riesigen Funktionsumfang der Bildbearbeitung auf das Tablet übertragen? Die erste Version konzentriert sich auf Auswahl- und Ebenen-Techniken sowie auf Compositing und Retusche. Werkzeugpalette und Fähigkeiten der App bleiben dabei auf das Wesentliche reduziert. Was Photoshop auf dem iPad jetzt schon leistet und was darüber hinaus wünschenswert wäre, untersuchte für uns Maike Jarsetz.

Ein Blick in die App-Stores zeigt, dass es schon seit Längerem Apps gibt, die den Namen „Photoshop“ tragen: Photoshop Express, Mix, Fix und Sketch. Allerdings sind diese Anwendungen auf spezielle Teilaufgaben wie schnelle Bildoptimierungen, Hintergrundmontagen, Freihandzeichnen oder Effekte beschränkt. Zudem sind die Apps von der Desktop-Version und dem Photoshop-eigenen PSD-Bildformat abgekoppelt. Sie benutzen primär die auf dem mobilen Gerät vorhandenen Bilder.

Die aktuelle Photoshop-App kann als einzige mit nativen Photoshop-Dateien mit Ebenen arbeiten und wird sicher viele Aufgaben der bisherigen Photoshop-Ableger integrieren.

Nun hat Adobe ein „richtiges“ mobiles Photoshop vorgestellt. Die wichtigste Nutzer-Anforderung an eine solche App besteht darin, native Photoshop-Dateien lesen und schreiben zu können. Dazu muss die App in der Lage sein, bestehende Photoshop-Arbeiten vom Desktop einschließlich sämtlicher Ebenen zu übernehmen und weiterzubearbeiten.

In dieser Hinsicht gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte zuerst: Einige der bekannten und beliebten Konzepte wie Smartobjekte oder auch zahlreiche Filter stehen zurzeit noch nicht auf dem iPad zur Verfügung. Die gute Nachricht: All dies ist eingeplant und hat sogar schon einen Platz in der Oberfläche reserviert bekommen. Allerdings eben mit dem Verweis, dass diese Funktionen noch nicht unterstützt werden. Immerhin aber bleiben im klassischen Photoshop erstellte Smartfilter-Ebenen geschützt, sodass sie auch nach einer Überarbeitung der Datei auf dem iPad in der Desktop-Version unversehrt und weiterhin editierbar auftauchen.