c't Digitale Fotografie 1/2020
S. 84
Objektivtest
Aufmacherbild

Lichtstarker Luxus

Nikkor Z 58 mm f/0.95 S Noct

Bereits bei der Ankündigung der lichtstarken Normalbrennweite für die neuen spiegellosen Systemkameras mit Z-Mount, versprach Nikon eine hervorragende Abbildungsleistung. Jetzt ist das Objektiv erhältlich und musste in Praxis und Labortest zeigen, was es kann. Und das ist einiges. Nikon liefert mit der teuren Festbrennweite ein absolutes Referenzobjektiv. Allerdings verlangt die Optik bei Offenblende nach einem Stativ und konzentriertem Fokussieren.

Das Nikon-Noct eignet sich wunderbar für stimmungsvolle Porträts. Die Studioaufnahme haben wir mit Einstelllicht vor schwarzem Hintergrund fotografiert. Die Vergrößerung zeigt, dass beim Fokus auf die Iris bereits die Augenbraue in der Unschärfe liegt. Nikon Z7 | 58 mm | ISO 31 | f/0.95 | 1/25 s

Bei der Ankündigung der Objektive für Nikons neue spiegellose Systemkameras der Z-Serie hatte der Hersteller eine handfeste Überraschung im Gepäck. Mit dem Nikkor Z 58 mm f/0.95 S Noct sollte eine Normalbrennweite mit „ultimativer optischer Leistung“ in der Entwicklung befinden, die neben der guten Abbildungsleistung auch noch eine extrem hohe Lichtstärke bieten sollte. Schnell wurde spekuliert, was solch ein Objektiv denn kosten könnte. Die „Experten“ im Internet waren sich einig, dass man etwa 6000 Euro investieren müsste. Immerhin mehr als doppelt so viel wie Zeiss für sein 55 Millimeter-Otus-Objektiv verlangt (siehe Test in c’t Fotografie 2/14, S. 44), aber bei weitem nicht ausreichend. Mit Marktstart verlangt Nikon 9000 Euro für die manuelle Festbrennweite. Eine Ansage, die den Kreis der potenziellen Käufer schrumpfen und uns im Labor ganz genau hinschauen lässt.

Das Nikon-Objektiv bringt knapp zwei Kilo auf die Waage und hat auch bei den äußeren Dimensionen wenig mit einer normalen 50er-Brennweite gemeinsam.
Nikon korrigiert Bildfehler mit einer aufwendigen Konstruktion aus 17 Linsen in zehn Gruppen. Spezialgläser und Vergütungen vermindern Streulicht, chromatische Aberration und Verzeichnung.

Verarbeitung und Ausstattung

Das Noct-Objektiv kam bei uns in der Redaktion in einem großen, wasserdichten Plastikkoffer an, sicher geschützt durch passgenau gearbeiteten Schaumstoff. Das zwei Kilo schwere Objektiv ist hervorragenden verarbeitet, nichts wackelt oder klappert. Um das Gewicht aus Kamera und Objektiv ausgewogen auf einem Stativ unterzubringen, ist eine Stativschelle am Tubus integriert.