c't Digitale Fotografie 3/2020
S. 106
Eisvögel fotografieren
Aufmacherbild
Canon EOS 7D | 105 mm | ISO 200 | f/8.0 | 1/250 s

EISVÖGEL

IM STURZFLUG

Seit 48 Jahren fotografiert Bruno Dittrich Eisvögel bei der Jagd unter Wasser. Dabei hat er eine spezielle Vorgehensweise entwickelt, um die spektakulären Sturzflug-Attacken beim Eintauchen als Bild festzuhalten. Sein Schlüssel zum Erfolg sind weniger elektronische Hilfsmittel, sondern gute Vorbereitung, Erfahrung und Konzentration.

Eisvögel geben mit ihrem schillernden Federkleid nicht nur ein wunderbares Motiv ab. Sie sind auch hervorragende Unterwasserjäger. Für Fotografen besonders interessant ist dabei der Moment, wenn der Vogel im Sturzflug die Wasseroberfläche durchstößt. Diese Szene, die sich im Bruchteil einer Sekunde abspielt, konnte ich im Laufe der Jahre in immer besserer Qualität festhalten.

Mein Grundaufbau ist einfach: Letztendlich brauche ich lediglich ein Aquarium, eine Beobachtungshütte, zwei Blitze und vor allem viel Beharrlichkeit. Denn was so simpel klingt, dauert manchmal Monate an Vorbereitungszeit. Die schwierigste Aufgabe besteht darin, die Vögel „zu überreden“, genau an der gewünschten Stelle einzutauchen. Wieder und wieder.

Der Trick: Ein mit Fischen ausgestattetes Aquarium. Die Aussicht auf leichte Beute bringt die Wildvögel dazu, hier freiwillig auf Beutefang zu gehen. In natürlicher Umgebung läge ihr Jagderfolg bei lediglich etwa zehn Prozent, im Wasserbecken steigt er um den Faktor fünf. Kein schlechtes Geschäft! Dabei ist vor allem erstaunlich, wie wenig die aufgebaute Technik stört. Selbst von den Blitzgeräten lassen sich Eisvögel nicht vertreiben.