c't Digitale Fotografie 3/2020
S. 8
Im Fokus

IM FOKUS

NEUIGKEITEN AUS DER FOTOBRANCHE

Eingeschränkter Support, mangelnder Materialnachschub, abgesagte Messen: Die Corona-Epidemie trifft auch die Kameraindustrie.

Zwischen überraschender Ehrlichkeit und Zweckoptimismus pendeln sich in diesen Corona-Tagen die Meldungen aus der Fotobranche ein. Wie es ihr hierzulange gerade geht und wie sich die Krise weiter auswirken könnte, wollten wir vom Photoindustrie-Verband wissen, der Interessenvertretung der deutschen Fotoindustrie. Der jedoch wollte sich uns gegenüber dazu nicht äußern, „da alle Aussagen nur ein subjektiver Blick in die Glaskugel wären. Aufgrund der sich täglich wandelnden Situation ist eine korrekte Einschätzung gar nicht möglich“, so die Rückmeldung.

Die CMOS-Produktion von Sony läuft offenbar normal. Hauptabnehmer hier sind Smartphone-Hersteller, die ihre Geräte mit immer mehr Kameras ausstatten. Dennoch dürfte sich das Geschäft eintrüben, weil sich der Smartphone-Markt abschwächen könnte. Bild: Sony

Die Hersteller selbst sind teils etwas offener. So hat sich etwa Sony sehr umfassend dazu geäußert, wie sich die Corona-Epidemie aktuell auf das Geschäft auswirkt. Das Unternehmen hat einen Teil seiner Niederlassungen in Europa und den USA geschlossen. Die meisten Angestellten arbeiten von zuhause. Gleiches gilt für Japan. Sony betreibt vier große Fabriken in China, die von Ende Januar an für wenige Wochen geschlossen waren. Mittlerweile gehe die Produktion hier aber weiter und obwohl es noch Probleme in der Lieferkette gebe, pendele sich die Arbeit langsam auf dem „Vor-Corona-Niveau“ ein. In den Fabriken in Malaysia und Wales könnte das länger dauern, da diese voraussichtlich erst Mitte beziehungsweise Ende April ihre Arbeit wieder aufnehmen werden. Zu schaffen machten dem Hersteller zudem die Reisebeschränkungen, die es erschweren, Ingenieure in die Produktionsstätten zu entsenden.

Das wirkt sich ganz konkret aus: Gerade die Sparte „Electronic Products & Solutions“ unter der Sony seine Digitalkameras führt, leidet an einem unregelmäßigen Ressourcennachschub für die Produktion. Auch die Absätze entwickeln sich hier rückläufig, da weltweit Händler geschlossen wurden. Die Herstellung von CMOS-Chips in der Sparte „Imaging & Sensing Solutions“ laufe dagegen normal. Unabhängig von Corona scheint Sony allerdings mit einer Abschwächung des Smartphone-Marktes zu rechnen – und Smartphone-Hersteller gehören aktuell zu den wichtigsten Abnehmern.