c't Digitale Fotografie 3/2020
S. 56
Objektivtest
Aufmacherbild

200 mm- Festbrennweite vs. Zoom

Festbrennweiten sind für anspruchsvolle Fotografen die erste Wahl. Diesmal lassen wir exotische Telebrennweiten mit 200 Millimetern gegen Zooms aus der „Heiligen Dreifaltigkeit“ – den 70–200ern f/2.8 – antreten. Wir zeigen, warum die Festbrennweiten ihre mehr als 5000 Euro wert sind.

Bis etwa 100-Millimeter-Brennweite bewegen wir uns in den üblichen Gefilden der meisten Fotografen, darüber hinaus wird es speziell. Die 200-Millimeter-Festbrennweiten in diesem Test können deshalb zu Recht als Exoten bezeichnet werden. Sie sind groß, schwer und sie sind teuer (etwa 5500 Euro). Dafür versprechen sie aber eine überragende Abbildungsleistung bei hoher Lichtstärke und sie punkten mit leistungsfähigen Bildstabilisatoren und schnellem Autofokus. Aber braucht es diesen technischen Overkill? Das wollen wir im Vergleich mit 70-20 mm-Zooms herausfinden. Auch diese sind nicht günstig, bleiben im Gegensatz zu mit den Spezial-Optiken aber bei Gewicht und Größe beherrschbar und sie liefern mit einer größten Blendenöffnung von f/2.8 ebenfalls eine passable Lichtstärke.

Wer braucht 200 Millimeter?

Eine Frage, die sich bei exotischen Brennweiten und Spezialoptiken stellt, ist: Was können sie, was Zooms nicht können? Die hier getesteten Objektive haben ihr Einsatzgebiet vor allem in der Sportfotografie, sind bei Tierfotografen beliebt und auch Pressevertreter greifen gerne darauf zurück. Mit ihrer Lichtstärke von f/2.0 ermöglichen sie selbst bei unklaren Lichtverhältnissen vor Ort noch verwackelungsfreie Aufnahmen, ohne die ISO-Zahl zu hoch ziehen zu müssen. Dank der hervorragenden Freistellung erlauben sie darüber hinaus stimmungsvolle Porträts, ohne dem Model zu nah zu kommen.