c't Digitale Fotografie 3/2020
S. 38
Profikameras im Vergleich
Aufmacherbild
Bild: Christine Bruns mit Sony A9 II, fotografiert im Erlebniszoo Hannover

Canon EOS-1D X Mark III UND Sony Alpha9 II

SPORTSKANONEN

Wer eine Canon EOS-1D X Mark III, eine Nikon D6 oder eine Sony Alpha9 II kauft, weiß wofür. Die Top-Modelle der Hersteller wollen vor allem Sport- und Tierfotografen begeistern. Sie bieten ihnen einen schnellen, treffsicheren Autofokus, hohe Serienbildraten und damit Zuverlässigkeit bei den Aufnahmen. Obendrein garantieren sie, dass die Bilder ohne Zeitverzögerung dort ankommen, wo sie hinmüssen – bei Bildagenturen und Sportredaktionen.

Bei großen Sportveranstaltungen stehen sich nicht nur Top-Athleten gegenüber, sondern auch die Profi-Klasse der Kameras. Canon, Nikon und Sony haben in den vergangenen Wochen und Monaten neue Modelle auf den Markt gebracht – oder wollten das zumindest tun. Nikon musste den Starttermin seiner D6 aufgrund der Corona-Pandemie auf Mai verschieben.

Dabei muss sich Sony mit seinem zweiten Modell der spiegellosen A9 gegen die Platzhirsche von Canon und Nikon durchsetzen, die bis dahin unangefochten die Profiklasse für Sport- und Wildlife-Fotografen dominierten. Canon hat sich noch einmal voll auf die DSLR-Technik fokussiert, um deren Vorteile bis zum Anschlag auszureizen. Der Hersteller stellt das hochgezüchtete Autofokussystem in den Vordergrund, das nun Künstliche Intelligenz nutzt, um per Bilderkennung alle möglichen Motive schnell zu erfassen und sicher zu verfolgen. Die Canon EOS-1D X Mark III schafft das alles im Sucherbetrieb mit 16 Bildern pro Sekunde. Das beeindruckt, denn immerhin muss zwischen jeder Aufnahme der Spiegel klappen: Zum einen, um dem Fotografen die Sicht durch den analogen Sucher zu ermöglichen. Zum anderen, um den Autofokus- und Belichtungssensoren genügend Zeit zu geben, Veränderungen zu messen und für die Berechnungen der folgenden Aufnahme zu nutzen.

Die spiegellose Sony brachte es schon beim ersten Modell der A9 auf 20 Aufnahmen pro Sekunde bei voller Autofokusunterstützung. Auch für die Motiverkennung nutzte diese schon intern 60 Bilder pro Sekunde, um die Informationen daraus auszuwerten und für die nächste Aufnahme zu nutzen. Daran hat sich bei der zweiten Generation bis auf Optimierungen der Prozessorgeschwindigkeit und Softwarealgorithmen kaum etwas geändert. Sony hat sich bei der A9 II mehr auf die Weiterentwicklung der Ergonomie sowie der Netzwerkfähigkeiten konzentriert.