c't Digitale Fotografie 5/2020
S. 156
Fotostadt
Aufmacherbild
Foto : Kavalenkava - stock.adobe.com

Amsterdam

FOTOSTADT

Die Niederlande sind ein beliebtes Reiseziel, besonders spannend für Fotografen ist die Hauptstadt. Unsere Autorin Ute Noll hat Amsterdam und die dortige Fotoszene besucht. Sie empfiehlt einzigartige Fotospots, Museen und Galerien.

Amsterdams Grachten, die Kanäle der Stadt, sind weltberühmt und tausendfach fotografiert. Am spektakulärsten zeigt sich die Metropole für Fotografen von oben. Aussichtsmöglichkeiten gibt es viele, einige davon direkt hinter dem Bahnhof zu beiden Seiten des Het IJ genannten Hafenareals. Bemerkenswert ist die 360-Grad-Plattform A’dam Lookout. In nur 22 Sekunden befördert die Besucher ein futuristischer Aufzug 100 Meter hinauf. Oben angekommen erkennt man, wie sich die Kanäle der historischen Innenstadt mit Hafen und umliegenden Industrieanlagen zu einem Panoramabild verbinden. Mutprobe gefällig? Wer sich auf die sogenannte Over the Edge-Schaukel setzt, schwingt ohne Boden unter den Füßen in atemberaubender Höhe über der Stadt.

Auch das nahe liegende Eye Film Instituut Nederland bietet von seiner frei zugänglichen Terrasse einen schönen Blick auf das Hafenbecken. Entworfen vom Wiener Architekturbüro Delugan Meissl, wurde es 2012 für die Sammlung mit rund 46.000 Filmen aller Genres, etwa 35.000 Filmplakaten und fast einer halben Million Fotografien eröffnet. Die Sammlung gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die Architektur erinnert an ein Raumschiff oder an einen glänzend-weißen Kristall und ist ein attraktives Fotomotiv. Auf der anderen Seite des Hafens lockt der Ausblick von der schrägen Dachterrasse des Science Center Nemo. Auch Nicht-Museumsbesucher dürfen sie gegen einen kleinen Eintritt von außen betreten, dafür erhalten sie einen obligatorischen Sitzplatz und ein kostenfreies Getränk. Optisch ist das von Stararchitekt Renzo Piano 1997 entworfene und erbaute Wissenschaftsmuseum aus der Ferne ein dankbares Motiv, insbesondere zur blauen Stunde. Es ähnelt einem riesigen Tanker, den Sie über eine imposante Fußgängerbrücke von der Wasserseite aus betreten können.

Blick auf Lookout-Plattform und das Eye Filmmuseum (links). Foto : Martijn Kort

Etwas entfernter vom Bahnhof auf dem Gelände der NDSM Werft mit seinen Ateliers, Werkstätten und Restaurants gibt es Street Art-Fotomotive zu entdecken. Wer seine Fotografien noch in Amsterdam auf Papier bringen möchte, kann ins Fotolabor Kiekie gehen, das zahlreiche Papiersorten zur Auswahl hat, Master-Fotokurse anbietet und Ausstellungen zeigt.