c't Digitale Fotografie 5/2020
S. 86
c’t Fotografie unterwegs
Aufmacherbild

Pfälzerwald

Kaum eine Region in Deutschland bietet eine größere Fülle an Motiven auf engstem Raum wie der Pfälzerwald. Im Unterschied zur Sächsischen Schweiz oder den Alpen finden Naturfotografen hier Ruhe und Einsamkeit. Zahlreichen Buntsandsteinformationen, Burgen und steile Hügel laden zum Wandern und Fotografieren ein. Wir stellen Ihnen 15 Fotospots vor und geben Tipps zu Wanderrouten, Besonderheiten und Fotoausrüstung.

Vor sieben Jahren begann ich, die ersten Naturlandschaften in Deutschland zu erkunden. Obwohl die meisten Orte im Pfälzerwald fast zwei Stunden von meiner Heimat in Südhessen entfernt liegen, habe ich in keiner anderen Region in Deutschland so viele Bilder gemacht. Der Pfälzerwald beherbergt einen riesigen Fundus unterschiedlichster Motive, Landschaft und Natur sind hier so facettenreich, dass sowohl angehende als auch passionierte Fotografen voll auf ihre Kosten kommen. Die meisten Motive vor Ort sind in 15 Minuten bequem erreichbar und liegen häufig so dicht zusammen, dass man an einem Morgen gleich mehrere ablaufen kann.

Das Besondere am Pfälzerwald

Im Osten begrenzt der Rheingraben den Pfälzerwald, in den anderen Himmelsrichtungen laufen die hohen, steilen Hügel sanft aus. An der Landesgrenze von Rheinland-Pfalz zu Frankreich setzt sich der Pfälzerwald in die Region der Nordvogesen fort. Aus geologischer Sicht gibt es keine Grenze. Die Hügel (für die Bezeichnung „Berg“ fehlen einige Meter) prägen das typische Bild des Pfälzerwaldes und unterscheiden ihn von den anderen deutschen Mittelgebirgen. Die Berge dort sind überwiegend langgezogen und sanft abfallend und bieten wenig dominante Erhebungen für das Auge. Im Pfälzerwald hingegen besitzen die Hügel meist kegelartige Kuppen mit Sandsteinformationen an der Spitze. Dadurch wirken sie viel höher als sie letztendlich sind. Ohne steil ins Gebirge wandern zu müssen sind hier fast alle Motive einfach erreichbar.