c't Digitale Fotografie 5/2020
S. 46
Kameratest
Aufmacherbild
Bild: fotografiert im Erlebniszoo Hannover

Canon EOS R5

schnell und detailverliebt

Eine Auflösung von 45 Megapixeln, zwölf Bilder pro Sekunde, sensorbasierte Bildstabilisierung und 8K-Video, das sind die Eckpunkte, mit denen die Canon EOS R5 nicht nur zur Konkurrenz aufschließt, sondern zugleich die Messlatte höher legt.

Die EOS R5 ist nun das vierte Modell von Canons Spiegellosen Systemkameras mit Vollformatsensor, der R-Serie. Wer bei den ersten Modellen noch gezögert hat, dürfte nun bei der EOS R5 voll auf seine Kosten kommen. Sie hat das Zeug, die EOS 5D-Reihe abzulösen und ins spiegellose Zeitalter zu führen. Das Kernstück ist ein neuer CMOS-Sensor in bewährter Dualpixel-Technik mit 45 Megapixeln. Damit macht sie einen deutlichen Auflösungssprung nach vorne, bleibt jedoch etwas hinter der schon betagten EOS 5DS R zurück, die 50 Megapixel bietet. Canon bemerkt dazu, dass die tatsächlich erzielbare Auflösung auf Augenhöhe zur EOS 5DS R liegt. Zu Sonys A7R IV fehlen noch einmal 15 Megapixel. Wie sich das messtechnisch und auf die Bildergebnisse auswirkt, dazu später.

Wie schon Nikon, hat sich nun auch Canon dazu entschlossen, eine interne Bildstabilisierung – das so genannte IBIS (In Body Image Stabilization) – einzuführen. Bei Sony und anderen spiegellosen Systemkameras gehört ein IBIS schon lange zur Standardausstattung. Eine Kritik dazu lautet: Erst statten sie ihre Optiken aufwändig mit einer optischen Bildstabilisierung im Objektiv – OIS – aus und dann entscheiden sie sich plötzlich für ein neues System. In der Praxis haben beide Techniken ihre Berechtigung. Bei kurzen Brennweiten bietet IBIS Vorteile, bei langen OIS, denn bei Teleobjektiven reichen Bildkreis und Bewegungsfreiheit des Sensors kaum aus, um die ausladenden Verwackelungen per Sensor-Shift auszugleichen. Hier ist es effektiver ein Linsenelement an geeigneter Stelle im Objektiv zu bewegen. Die sensorbasierte 5-Achsen-Bildstabilisierung in der EOS R5 soll bis zu fünf Blendenstufen kompensieren und arbeitet, je nach angeschlossenem Objektiv, mit dem optischen OIS zusammen. Dann sollen bis zu acht Blendenstufen möglich sein.

Beachtlich ist die Geschwindigkeit der neuen Spiegellosen. Bei kontinuierlichem Autofokus und mechanischem Verschluss kommt die EOS R5 trotz der hohen Auflösung auf zwölf Bilder pro Sekunde, bei elektronischem Verschluss sind es sogar (gemessene) 20 Bilder pro Sekunde. Der Zwischenspeicher reicht für bis zu 80 Bilder (Raw + JPEG). Dank der zwei Slots für schnelle Speicherkarten (1x CFexpress, 1x SD UHS-II) entstehen kaum Unterbrechungen, wenn die Kamera die Daten wegschreibt. Zum Vergleich: Die EOS 5D Mark IV schafft lediglich sieben Bilder pro Sekunde. Bei Sonys A7R IV sind es immerhin zehn Bilder pro Sekunde.