c't Digitale Fotografie 6/2020
S. 54
Test
Aufmacherbild
Leipzig am Abend: In der Leipziger Oper finden wieder Aufführungen statt, doch hier wirkt sie hell erleuchtet dennoch ziemlich verlassen. Lediglich die Pflanzen im Inneren scheinen die Räumlichkeiten zu füllen. Olympus OM-D E-M10 IV | M.Zuiko Digital 14-42 mm 1:3.5-5.6 | 14 mm | ISO 200 | f/5.6 | 1,6 s

Test Olympus OM-D E-M10 IV

FUNKTIONSKOLOSS

Auf Olympus ist verlass: Kleine, schicke Kameras mit riesigem Funktionsumfang sind das Markenzeichen des Herstellers. Dafür steht auch die neue E-M10 IV. Doch die Zukunft dieser Kamera(s) ist ungewiss – in gleich mehrerlei Hinsicht. Für wen es sich dennoch lohnt, zuzuschnappen.

Mit der E-M10 IV liefert Olympus eine spiegellose Einsteiger-Kamera nach bekanntem Rezept: kompakter Retro-Body, viele Funktionen, abgespeckte Gehäuse-Features, noch hinnehmbarer Preis. Fotoneulinge finden sich schnell zurecht. Hobbyfotografen bekommen eine schicke Allrounderin, mit der auch der Rest der Familie gern fotografiert.

Doch den Marktstart der jüngsten OM-D trüben die aktuellen Entwicklungen ein. Spätestens seit Ende September steht endgültig fest, dass Olympus sein Kamerageschäft in eine Tochtergesellschaft ausgliedert. An dieser soll künftig der Finanzinvestor Japan Industrial Partners (JIP) 95 Prozent der Anteile halten. Die Beteiligten bekunden, die Produktpalette von Olympus erhalten zu wollen. Dafür habe man mit den Marken Zuiko und OM eine sehr gute Basis geschaffen.

Doch bevor man sich von solchen Entwicklungen das Interesse an der Kamera verderben lässt, sollte man sich genau anschauen, was sie als Gesamtpaket zu bieten hat. Und das ist tatsächlich eine Menge – auch, wenn die Sprünge zur Vorgängerin im Quantenbereich liegen, also äußerst klein ausfallen.