c't Digitale Fotografie 1/2021
S. 54
Zeiss ZX1
Aufmacherbild

Zeiss ZX1

Vorbild oder Eintagsfliege?

Die kompakte Vollformatkamera ZX1 der Firma Zeiss möchte den kompletten fotografischen Workflow von der Aufnahme bis zur Bildbearbeitung in einem Gerät vereinen. Wie gut sie das macht und wo sie noch Optimierungsbedarf hat, zeigt unser Test.

Der bekannte Optikhersteller Zeiss geht neue Wege. Die Vollformatkompakte ZX1 will sich nicht neben die Canons, Sonys und Nikons dieser Welt stellen. Sie will ein Pionier sein – der Anfang einer neuen Generation von All-in-One-Lösungen für anspruchsvolle Fotografen. Die ZX1 vereint in sich den gesamten Fotoworkflow: Neben dem Fotografieren können Bilder per Lightroom-App bearbeitet werden. Über integrierte Schnittstellen und WLAN lassen sich die Fotos ohne Umwege über Smartphone oder PC auf Social Media oder in der Cloud teilen. Dafür baut die ZX1 auf das mobile Betriebssystem Android auf. Die Zeiss-Kamera bringt ein fest verbautes hochauflösendes 35-Millimeter-Objektiv und einen Vollformatsensor mit 37,4 Megapixeln mit. Neben Fotos zeichnet sie auch Bewegtbilder in 4K auf.

Die Entwicklung der Kamera brachte für den Hersteller einige ungeahnte Herausforderungen mit sich. Nach eigenen Angaben hatte Zeiss Probleme mit der Integration der Software. Dadurch verzögerte sich die Marktreife um knapp zwei Jahre, denn ursprünglich sollte die ZX1 bereits Anfang 2019 erscheinen. Ganz neu ist ihr Konzept jedoch nicht. Samsung hatte mit der Galaxy Camera bereits 2012 eine ähnliche Idee. Doch die Koreaner haben sich aus dem Kamerageschäft längst zurückgezogen. Anders als die Zeiss ZX1 legte Samsung bei seiner Hybridkamera weniger Wert auf hohe Dynamik und exzellente Abbildungsleistung, entsprechend besaß die Android-Kamera ein fest verbautes 21-faches Zoom-Objektiv und einen 1/2,3-Zoll-CMOS-Sensor. Auch wenn die Bildqualität die der damaligen Smartphones etwas übertraf, lag ihr Vorteil hauptsächlich in der Brennweitenvielfalt.

Modernes Konzept, stolzer Preis