c't Fotografie 2/2021
S. 44
Hasselblad 907X und CFV II 50C
Aufmacherbild

Die Hasselblad 907X 50C

KLASSISCHE FORM, MODERNES INNENLEBEN

Die Hasselblad 907X 50C knüpft an Altes an. Im Design der analogen Mittelformatmodelle bringt sie ein abnehmbares digitales Rückteil mit, welches statt dem bekannten 6 x 6-Filmrückteil an die ehrwürdigen Modelle der V-Serie angeflanscht werden kann. Im Test entdeckten wir ihre Stärken, aber auch, dass ihr nicht jedes Genre liegt.

Sie zählten einst zu den leuchtendsten Sternen am Fotohimmel: Hasselblads analoge Mittelformatkameras. Mit der Digitalisierung änderte sich die Arbeitsweise der meisten Fotoprofis. Der analoge Workflow war dem digitalen sowohl vom Zeitaufwand als auch von den Möglichkeiten her schnell unterlegen und die alten Schätzchen verschwanden im Schrank. Firmen wie PhaseOne entwickelten daraufhin digitale Rückteile, auch Hasselblad entschied sich dafür. Die CFV-Reihe bestand bisher aus zwei Rückteilen mit 39 und 50 Megapixeln. Das CFV II 50C ist das jüngste Mitglied dieser Reihe. Zusammen mit der Hasselblad 907X bildet es ein alleinstehendes Kamerasystem, dass mit den modernen XCD-Objektiven arbeitet. Man kann es aber auch an die älteren Modelle, beispielsweise eine 500 CM anschließen. Zu den 50 Megapixeln gesellen sich dann moderne Kamerafeatures wie ein neuer Akku und zwei SD-Karten-Speicherplätze statt des bisherigen CF-Kartenslots. Das Bild ist nicht quadratisch wie der 6 x 6-Film, sondern im Format 4:3. Der 6 x 6-Film besaß eine Größe von 5,6 x 5,6 Zentimetern pro Bild. Fotografiert wurde auf Rollfilm. Der CMOS-Sensor im reduzierten Mittelformat ist dagegen nur 4,4 x 3,3 Zentimeter groß.

Handling

Ähnlich den analogen Mittelformatkameras von Hasselblad muss die Kombination 907X und CFV II 50C mit zwei Händen gehalten und bedient werden. Mit einer kleinen Optik liegt sie dabei ganz gut in der Hand. Sobald große Objektive von Nöten sind, wird sie kopflastig und ist schlecht ausbalanciert. Dann ist ein stabiles Stativ vonnöten. Viele Einstellungen kann der Fotograf direkt am Display vornehmen. Auch für Funktionen wie die Messmethode, den manuellen Fokus und den Weißabgleich findet man Unterpunkte im Schnellmenü. Aufnahmemodi wie Timer, Serien oder Belichtungsreihen werden dort ebenfalls aufgerufen. Im erweiterten Menü findet man dann die Videoeinstellungen. Die Hasselblad beherrscht kein 4K, gibt jedoch 2,7 K und Full HD als Auflöungsvarianten an.