c't Fotografie 2/2021
S. 106
Ausrüstung reinigen
Aufmacherbild
Ein ideales Sensorstaub-Testbild: Die weit geschlossene Blende bei hellem Hintergrund offenbart gnadenlos, ob Schmutz am Sensor haftet.

Sauber!

So reinigen Sie Kamera und Objektive professionell

Gepflegte Kamera, brillante Bilder: Wer seine Ausrüstung richtig reinigt, hat lange Freude daran und spart Zeit bei der Nachbearbeitung der Fotos. Dennoch besteht kein Grund, zum Putzfreak zu mutieren – gefragt sind Augenmaß, systematisches Herangehen und Gelassenheit.

Wer seine Ausrüstung nicht nur in die Vitrine legt, sondern benutzt, kämpft früher oder später mit unliebsamen Begleiterscheinungen: Auf dem Sensor lagert sich Schmutz ab, Linsen ziehen Staub magisch an, und Sandkörnchen mogeln sich unter Abdeckungen. Elektronik und Mechanik reagieren empfindlich auf Schmutz, Feuchtigkeit und aggressive Substanzen. Funktionsfähigkeit, Lebensdauer und Wiederverkaufswert der Ausrüstung hängen von ihrer Pflege ab. Wie oft man sein Equipment reinigt, ist abhängig von den Umständen und dem eigenen Empfinden Wer viel fotografiert, wird öfter putzen (müssen) als jemand, der nur selten Bilder macht. Vor einem Shooting mit großen Bildermengen ist es deshalb sinnvoll, den Sensor zu kontrollieren, damit man nachher nicht bei jedem Foto die Sensorflecken wegstempeln muss.

Putzen mit Augenmaß

Dennoch: Übertriebenes Putzen kann mehr schaden als nutzen. Meine Fotoausrüstung begleitet mich viele Wochen im Jahr in den Polarregionen, ist mit mir im afrikanischen Busch unterwegs und auf Wanderungen durch Sandwüsten dabei. In Sachen Reinigung gilt für mich: so schonend wie möglich und so oft wie nötig – aber eben nicht öfter. Nicht jedes Stäubchen ist gleich problematisch, falsches Putzen dagegen kann schädlich sein. Wer nach jeder Aufnahme die Frontlinse wienert, womöglich noch mit einem benutzten Brillenputztuch oder der T-Shirt-Ecke, braucht sich über Kratzer und Beläge nicht zu wundern. Und wer dem Sensorstaub mit Druckluft aus der Dose zu Leibe rückt, hat hinterher womöglich mehr Flecken auf dem Bild als vorher, da die Dosenluft beispielsweise Rückstände von Treibmitteln enthalten kann.