c't Fotografie 4/2021
S. 8
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Sophia Zimmermann

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NEUIGKEITEN AUS DER FOTOBRANCHE

Wie geht es weiter bei Micro-Four-Thirds? Panasonic hat seinen Weg abgesteckt. Doch wo bleibt eigentlich Olympus-Nachfolger OM Digital Solutions?

Das Micro-Four-Thirds-System war eines der ersten spiegellosen Systeme am Markt. Es entwickelte sich stetig und spricht heute eine Vielzahl verschiedener Fotografinnen und Fotografen an. Etablierten DSLR-Systemen steht es in nichts nach und nur wenige aktuelle spiegellose Systeme können es mit der Vielfalt von Micro-Four-Thirds (MFT) aufnehmen. Dennoch: Für die beiden Haupttreiber Olympus und Panasonic war und ist MFT nicht nur eine Erfolgsgeschichte, sondern auch ein Sorgenkind. Olympus hat sein Engagement mittlerweile sogar beendet und seine Kamerasparte in ein neues Unternehmen überführt, an dem der Hersteller nur noch wenige Anteile hält. OM Digital Solutions (OMDS), das zu 95 Prozent dem japanischen Finanzinvestor Japan Industrial Partners gehört, soll nun die Geschicke des Olympus-Erbes lenken. Doch wohin die Reise geht, dazu gibt es nun fast ein halbes Jahr nach dem Start von OMDS nur wenige Informationen. Im Februar hatte der technische Leiter, Setsuya Kataoka, in einem Interview mit einer japanischen Zeitung eine Kamera mit WOW-Faktor versprochen, was er damit meinte und wann man damit rechnen könne, verriet er nicht. Aki Murata, Geschäftsführer bei OMDS, wurde in einem Interview mit der englischsprachigen Website Dpreview im April nur ein wenig konkreter. Später in diesem Jahr werde es eine aufregende Produktankündigung geben, Details könne er nicht verraten. Nur so viel: OMDS werde sich weiter im Micro-Four-Thirds-System bewegen und sich auf Mittelklasse- und High-end-Produkte konzentrieren. Dazu passt nun, dass OMDS kurz vor Redaktionsschluss (21.06.2021) die Olympus E-P7 vorstellte. Damit belebt der neue Hersteller die ältere Pen E-P-Serie wieder. Sie stand für die solide Mittelklasse bei Olympus und richtete sich an ambitioniertere Hobbyisten– samt hochwertigem Metallgehäuse, manueller Bedienung, aber eben ohne Sucher und auch ohne Wow. Die Vorgängerin E-P5 ist schon von 2013. Olympus hatte die Serie damals zugunsten der besonders edlen Pen F auf Eis gelegt. Die E-P7 schließt optisch nahtlos an die E-P5 an, wenn sie auch etwas schlanker geworden ist. Außerdem kommt sie mit den erwartbaren Updates. Dazu gehört die höhere Auflösung von 20 Megapixeln, das aktuelle Kontrastautofokussystem mit 121-AF-Punkten sowie die 5-Achsen-Bildstabilisierung. Einen Sucher gibt es nach wie vor nicht.

Die Olympus E-P7 ist die erste Kamera von OMDS. Es handelt sich um eine spiegellose Systemkamera der Mittelklasse. Sie knüpft an die Pen-E-P-Serie an und bietet Feature wie eine 5-Achsen-Bildstabilisierung. Der Markenname „Olympus“ bleibt zunächst erhalten.
Bild: OM Digital Solutions

Als erste Spiegellose von OMDS ist die E-P7 ein Bekenntnis zu Brot-und-Butter-Kameras und längst keine Sensation. Da muss also in diesem Jahr noch etwas anderen kommen, nur was?