c't Fotografie 4/2021
S. 16
Portfolio
Hengki Koentjoro
Alle Bilder: Hengki Koentjoro
Sebastian Arackal

Portfolio

Hengki Koentjoro

In seinen Fotografien sucht Hengki Koentjoro seit vielen Jahren nach einer alternativen Sicht auf die Schönheit der Natur. Es entstand ein einzigartiges Werk mit entrückter Schwarzweißfotografie.

Südostasien pulsiert, viele Länder sind im Aufbruch. Auch in der Heimat von Hengki Koentjoro (Jahrgang 1963) haben sich die Lebensumstände in den vergangenen Jahren dramatisch gewandelt, die Corona-Pandemie ändert daran im Grunde nichts, 2021 soll die indonesische Wirtschaft weiter boomen. In seinen tiefenentspannten Schwarzweißbildern blendet Koentjoro diese moderne Welt einfach aus. Wir zeigen im Portfolio Motive aus seiner Serie „Detach“, was übersetzt soviel wie „Freistehend“ bedeutet. Sie zeigt einzelne Protagonisten in Harmonie mit der Natur. „Es ist eine stressige Welt da draußen und manchmal hat man das Bedürfnis, sich zu verlieren oder der Realität zu entfliehen.“ So wird der Griff zur Kamera zu einer „therapeutischen Behandlung für die eigene Seele.“

Fernab der Metropolen sucht der inzwischen international bekannte Fotograf seine Motive, oft spielt das Element Wasser in Form des Ozeans oder von vorbeiziehenden Nebelschwaden eine Rolle. Seine indonesische Heimat ist in dieser Hinsicht ein Paradies für ihn: „Unser Land ist die größte Archipel-Nation der Erde mit über 17.000 Inseln. Dazu kommen viele Hochländer mit massiven aktiven Vulkanen, so dass ich nie Probleme habe, all diese Orte zu finden.“ Bei der Frage, ob seine Motive geplant sind, winkt er ab: „Ich plane nicht, alles basiert auf Impulsen. Ich nehme, was immer Mutter Natur zu bieten hat. Manchmal scheitert es, aber meistens gibt sie mir, was ich brauche.“ Das Mantra, die magische Formel, des Indonesiers ging in der Vergangenheit auf, so entstand ein umfangreiches Lebenswerk. Konsequent setzt er dabei auf das schwarzweiße Format. Er führt das selbst auf seine Faszination für die Landschaftsfotografie-Legende Ansel Adams (1902–1984) zurück. Der Kalifornier zählt zu den Pionieren der künstlerischen Schwarzweißfotografie. „Er ließ mich sehen, dass die Schwarzweiß-Welt wunderschön sein kann, ich war sofort begeistert und habe nie zurückgeblickt. Schwarzweiß bringt Elemente wie Details, Formen und Linien zum Vorschein, die sonst in der Farbfotografie verborgen bleiben.“ Eine andere Inspirationsquelle sind die monochromen Bilder des Briten Michael Kenna (Jahrgang 1953).