c't Fotografie 4/2021
S. 98
Objektive
Günstige Tele(-Zooms)
Thomas Hoffmann

Viel Brennweite für wenig Geld

Lange Brennweiten können richtig ins Geld gehen, besonders wenn die Optik lichtstark ist. Dabei ist eine große Offenblende bei modernen Kamerasensoren nicht mehr unbedingt ein Muss. Kurze Belichtungszeiten lassen sich auch mit höheren ISO-Werten realisieren. Wir haben preiswerte Tele(zoom)-Objektive zwischen 70 und 500 Millimetern Brennweite in Labor und Praxis unter die Lupe genommen.

Lange Brennweiten bieten faszinierende Möglichkeiten. Mit ihnen lassen sich Motive einfangen, die mit Normalbrennweiten oder Weitwinkel-Objektiven nicht formatfüllend auf dem Sensor landen. Man kennt die langen Objektive vom Spielfeldrand in den Stadien dieser Welt, aber nicht nur bei der Sportfotografie spielen brennweitenstarke Optiken ihre Stärke aus. Beispielsweise in der Tierfotografie sind so Charakterstudien und Porträts möglich, die sich ansonsten aufgrund von Fluchtdistanz oder Gefahr für den Fotografen nicht umsetzen lassen. In der Landschaftsfotografie fängt ein Teleobjektiv ungewohnte Details ein und bietet damit eine schöne Abwechslung zu den sonst eher weitwinkligen Panoramen.

Sportfotografie benötigt wegen der schnellen Bewegungen von Mensch oder Fahrzeug kurze Belichtungszeiten. Fotografen in diesem Metier sind deshalb auf lichtstarke Optiken angewiesen. In allen anderen Bereichen kann die Optik eine etwas schwächere Offenblende bieten, denn aktuelle Vollformatkameras liefern auch bei erhöhten ISO-Werten rauschfreie Bilder. So lassen sich lange Belichtungszeiten kompensieren. Als Fotograf spart man mit den lichtschwächeren Optiken eine Menge Geld und erhält kompaktere und deutlich leichtere Objektive. Wir haben die technischen Daten der Testkandidaten in einer Tabelle auf Seite 109 zusammengestellt.