c't Fotografie Ideen Heft 7/2021
S. 86
Küchenbilder
Aufmacherbild
Mehrfachbelichtung aus fünf Einzelfotos Canon EOS R | 40 mm | ISO 800 | f/7.1 |1/10 s

Mehrfachbelichtungen AUS DER KÜCHE

Wenn Sie Lust auf ein Shooting haben, aber das Wetter nicht mitspielt, dann lassen Sie sich doch hier inspirieren: Fotograf Michael Jordan erklärt, wie ohne großen Aufwand mit alltäglichen Küchengegenständen kreative Mehrfachbelichtungen gelingen.

Bevor Sie starten, lohnt es sich, kurz die Grundlage der hier vorgestellten Technik kennen zu lernen: Bei der klassischen Mehrfachbelichtung summieren sich die Helligkeitswerte der Einzelbelichtungen. Das bedeutet, dass das Bild mit jeder zusätzlichen Belichtung immer heller wird, sofern keine Belichtungskompensation stattfindet, indem die Einzelbilder entsprechend der Anzahl der Aufnahmen unterbelichtet werden. Bei zwei Aufnahmen wird jede Belichtung auf die Hälfte, bei drei Aufnahmen auf ein Drittel, und so weiter belichtet. Digitalkameras machen das meist automatisch. Bei einigen Kameraherstellern gibt es darüber hinaus weitere Modi für die Mehrfachbelichtung wie „Hell” oder „Dunkel”. Die hier gezeigten Aufnahmen sind alle im Modus „Hell” auf einem dunklen Untergrund entstanden. Ausgehend von der ersten Aufnahme werden in den folgenden Fotos nur die Bildstellen aufgezeichnet, die heller sind als die vorhergehenden Aufnahmen an dieser Stelle. Beim Modus „Dunkel” sind es dementsprechend die dunkleren Stellen.

Rezept 1: Das gedrehte Motiv

Per Multibelichtung soll der Knoblauch an Fülle gewinnen. Damit die Beleuchtung realistisch aussieht, muss sie im Bezug auf die Kamera immer aus dem gleichen Winkel kommen. Wird die Kamera gedreht, muss das Licht auch gedreht werden. Das geht mit einer Fotolampe, jedoch nicht mit der Sonne. Für diese Tageslichtaufnahme stand die Kamera auf einem Stativ und das Motiv wurde gedreht. Platzieren Sie ein Brett mit dem Stoffhintergrund auf einem Möbelroller, so dass Sie den Untergrund leicht drehen können. Für Stativaufnahmen, mit senkrecht nach unten gerichteter Kamera benötigen Sie entweder ein sehr großes Stativ oder eines mit einem waagerechten Ausleger, denn nur so können Sie das Brett wie gewünscht bewegen, ohne dass das Dreibein im Weg ist. Bei guter Planung und Belichtung beschränkt sich die Nachbearbeitung auf wenige Korrekturen. Belichten Sie die Aufnahmen knapper als der Belichtungsmesser anzeigt oder messen Sie die Belichtung selektiv mit etwa gleichen Teilen vom Knoblauch und vom Untergrund.