c't Fotografie Ideen Heft 7/2021
S. 96
Astrofotografie: Lichtschwache Motive anvisieren
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ASTRO FOTOGRAFIE

Kamera auf lichtschwache Motive richten

Astrofotos faszinieren und die aktuelle Kameratechnik eröffnet die Himmelsmotive auch für Hobbyfotografen. Aber wie kann man lichtschwache Objekte anvisieren, die mit bloßem Auge kaum auszumachen sind? Eine günstige Hilfe bieten kleine Fernrohre. Wir zeigen, wie es geht.

Mehr als eine moderne digitale Systemkamera mit Weitwinkelobjektiv, ein Stativ und eventuell ein kleines Nachführgerät braucht man nicht, um die Milchstraße in einer Qualität aufzunehmen, die noch vor wenigen Jahren nur Profis erreichten. Erfahrene Fotografen wagen sich mit längeren Brennweiten an kleinere Himmelsausschnitte, um Galaxien oder temporäre Erscheinungen, wie Kometen, aufzunehmen. Auf teure und komplizierte astronomische Teleskope verzichten viele zugunsten einer bequemen Handhabung und Mobilität. Sollen Kameras mit längerer Brennweite auf lichtschwache Objekte gerichtet werden, gibt es allerdings ein Problem. Sie sind mit bloßem Auge kaum oder gar nicht zu sehen. Wie richtet man die Kameras dann auf solche Motive aus? Ihre Sucher oder Displays sind dafür nicht geeignet. Selbst wenn die Aufnahmetechnik durch hochlichtstarke Objektive und High-ISO-fähige Sensoren astronomische Himmelsobjekte auf dem Display heller anzeigt als wir sie mit dem bloßen Auge sehen, können wir sie inmitten der vielen Lichtpunkte meistens nicht erkennen.

Einen Ausweg bieten kleine Fernrohre mit vergleichsweise niedriger Vergrößerung. Sie werden zuerst auf den Stativkopf montiert, um das betreffende Himmelsobjekt zu suchen. Befindet es sich mittig im Bildausschnitt, wird die Klemmung des Stativkopfs angezogen und anschließend das Sucherfernrohr durch die Kamera ersetzt.

Das weitverbreitete System von Schnellkupplungen im Arca-Swiss-Format eignet sich hierfür besonders gut. Die nötigen Schienen sowie stabile Stativköpfe sind preiswert aus fernöstlicher Produktion erhältlich. Sind Stativ und Stativkopf robust genug, vertragen sie den Wechsel, ohne sich zu verstellen.