c't Fotografie 5/2022
S. 12
Aktuell
Fotoszene
Hendrik Vatheuer

SPOTLIGHT

AUS DER KUNST- UND KULTURSZENE

Ökologisch, historisch, künstlerisch: Wie vielfältig fotografische Sichtweisen sind, zeigt sich diesen Herbst in unterschiedlichsten Veranstaltungen. Hier unsere Empfehlungen für Ihren nächsten Ausstellungsbesuch.

Entwicklung eines Silbergelatineabzugs in einem trockenen Seebett in Kalifornien., Bild: Optics Division of the Metabolic Studio
Entwicklung eines Silbergelatineabzugs in einem trockenen Seebett in Kalifornien.
Bild: Optics Division of the Metabolic Studio

Im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg ist aktuell „Mining Photography. Der ökologische Fußabdruck der Bildproduktion“ (15.7. – 31.10.2022) zu sehen. Die Ausstellung befasst sich mit der Fotografie und ihrer Entwicklung anhand der Materialien und Rohstoffe, die dafür abgebaut, verarbeitet, hergestellt und wieder entsorgt werden. Denn die Geschichte der Fotografie ist auch eine Rohstoffgeschichte: von Kupferplatten und Salzpapierabzügen zu Beginn der Fotografie im 19. Jahrhundert über Silbergelatineabzüge im 20. Jahrhundert bis ins digitale 21. Jahrhundert mit seinem riesigen Bedarf an seltenen Erden und Metallen. Die massenhafte Verbreitung und Speicherung digitaler Bilder produziert zudem sehr viel CO2 und treibt somit auch den Klimawandel voran.

„Mining Photography“ ist also weniger eine klassische Fotoausstellung, obwohl Fotografien in der Ausstellung eine wichtige Rolle spielen, sondern vielmehr eine multimediale Ausstellung, die unter anderem mit Interviews von Restauratoren, Klimaforschern, Geologen und anderen Experten sowie mit Arbeiten zeitgenössischer Künstler das Medium Fotografie von seiner materiellen Seite beleuchten möchte. So zeigt die Ausstellung, wie im Laufe der Zeit die industrielle Bildproduktion sowohl immer mehr Menschen erreicht und beeinflusst als auch immer tiefer in die Natur eingreift und diese verändert.