c't 1/2016
S. 68
Reportage
Internet

Abgestaubte Coder

Vom Aufstieg der tschechischen Registry CZ.NIC

Gerade mal 74 000 Domains verwaltet die kleine Prager Organisation CZ.NIC für ihre 45 Mitglieder. Die große Frankfurter Schwester DENIC bringt es auf fast 16 Millionen Domains und über 300 Mitglieder. Und trotzdem trumpfen die tschechischen Kollegen auf: mit Eigenentwicklungen wie einem DNS-Server oder einem originellen Home-Router. Selbst große Registrare wundern sich: Wie machen die das bloß?

Die tschechische gemeinnützige Organisation CZ.NIC zog erstmals im Jahr 2000 international Aufmerksamkeit auf sich, als sie das weltweit erste Browser-Plugin für die Sicherheitstechnik DNSSEC herausbrachte, den DNSSEC-Validator. Seither hat der Verein nicht nur die Software für alle gängigen Browser angepasst und erweitert, sondern auch noch größere und spannende Projekte gestemmt.

Herzstück der vielen Projekte ist das hauseigene Lab. 31 von insgesamt 79 Angestellten arbeiten dort und treiben eine erstaunliche Liste von Open-Source-Projekten voran: 15 für End-User, 15 für Profis, teils überlappend. Hinzu kommen Beteiligungen an EU-Projekten. Auf der Liste stehen auch größere Projekte, darunter der auch von Mega-Registries wie VeriSign eingesetze authoritative DNS-Server DNS-Knot. Oder der Routing-Daemon Bird, der laut einer Statistik der European Internet Exchange Association mittlerweile bei 62 Prozent aller Internet Exchanges läuft und damit so populär ist, dass manche diese Abhängigkeit schon mit Sorge betrachten.

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Setzte nach seiner Wahl in den Vorstand kurzerhand die Neubesetzung der Geschäftsführung durch: Ondřej Filip, CEO der bemerkenswerten tschechischen Registry CZ.NIC.