c't 1/2016
S. 39
News
Linux

Plasma 5.5: Finetuning für den KDE-Desktop

Die Software-Verwaltung der KDE-Oberfläche Plasma wurde durch einen Facelift übersichtlicher.

Anwendungen wie Pidgin, Gimp oder Firefox fügen sich jetzt besser in die Bedienoberfläche des KDE-Projekts ein. Das ist der GTK2- und GTK3-Unterstützung im Breeze-Theme zu verdanken, die zu den Neuerungen des kürzlich veröffentlichten Plasma 5.5 gehören. Der Software-Installer Muon Discover erhielt ein Facelift, das die Bedienung vereinfachen soll. Ein neues Plasma-Widget erlaubt den schnellen Wechsel zwischen den Nutzern eines Systems. Erstmals dabei ist auch der Activity Pager, der die Handhabung und Orientierung erleichtern soll, wenn man mehrere virtuelle Desktops einsetzt. Der Widget Explorer zeigt die Mini-Programme nun zweispaltig an. Neue Standard-Schriftart ist Noto, das mehr Sprachen unterstützt.

Die Plasma-Oberfläche lässt sich jetzt in einem Betriebsmodus starten, bei der die Bildausgabe nicht über einen X-Server erfolgt, sondern per Wayland. Das soll vor allem Tests erleichtern: Noch sprechen eine Reihe bekannter Probleme und Funktionslücken dagegen, die Wayland-Session im Alltag einzusetzen.

Neben Plasma 5.5 hat das KDE-Projekt auch Version 5.17 der KDE Frameworks freigegeben, auf denen Plasma aufbaut. Auf die Frameworks greifen auch viele Anwendungen der KDE Applications zurück. Bei deren kürzlich erschienener Version 15.12 hat das KDE-Projekt auf ein neues Screenshot-Tool umgestellt. Ferner gab es Detailverbesserungen: Der Video-Editor Kdenlive unterstützt nun Copy und Paste in der Timeline und der Archiv-Manager Ark zeigt auch Kommentare von Zip- und Rar-Archiven an. (thl@ct.de)

Proxmox jetzt mit Debian-8.2.-Unterbau

Die Version 4.1 des Proxmox Virtual Environment (VE) kann die Größe von LXC-Containern anpassen. Die auf die Servervirtualisierung mit KVM und Containern ausgerichtete Linux-Distribution basiert nun zu weiten Teilen auf Debian 8.2. Mit dem Systememulator Qemu 2.4 und dem Linux-Kernel 4.2 hat der Hersteller aber einige Komponenten auf einen neueren Versionsstand gehoben.

Der Installer unterstützt das ZFS-Dateisystem jetzt besser. Unprivilegierte LXC-Container und Thin Provisioning im Storage-Backend gelten als Technical Preview, weshalb der kommerzielle Proxmox-Support den Einsatz nicht abdeckt. Durch ein aufpreispflichtiges Kooperationsangebot der Firma KernelCare lassen sich Sicherheitslücken im Kernel direkt im laufenden Betrieb beheben. (thl@ct.de)

CentOS veröffentlicht RHEL-7.2-Klon

Das CentOS-Projekt hat einen kostenlosen Nachbau des in einem Abo-Modell vertriebenen Red Hat Enterprise Linux (RHEL) 7.2 freigegeben. Die Neuerungen des Originals finden sich jetzt also auch beim Klon. Dazu zählen ein Versionssprung beim Gnome-Desktop, Verbesserungen bei der Netzwerk-Performance, neue Container-Tools und erweiterte Hardware-Unterstützung.

Die dritte CentOS7-Überarbeitung trägt die Release-Bezeichnung 1511 und war bei Redaktionsschluss lediglich für die 64-Bit-x86-Architektur erhältlich. Ausführungen für 32-Bit-x86- und ARMv7-Prozessoren sollen innerhalb von Tagen folgen. Dabei handelt es sich um vom CentOS-Projekt selbst vorgenommene Portierungen, da es RHEL7 für die beiden Architekturen nicht gibt. (thl@ct.de)

SoftMaker Office 2016 für Linux

Auch die Linux-Version von SoftMaker Office bringt zur Rechtschreibkorrektur und Grammatikprüfung jetzt den Duden Korrektor mit.

Das im Mai vorgestellte SoftMaker Office 2016 gibt es jetzt auch für Linux. Diese Version baut die zuvor schon gute Unterstützung der Dateiformate von Microsoft Office weiter aus. Neu hinzugekommen ist unter anderem der Export von Textdokumenten als E-Books im Epub-Format.

Zur Professional-Variante gehört erstmals auch unter Linux der Duden Korrektor als Rechtschreibhilfe und Grammatikprüfung. Die für 100 Euro vertriebene Office-Suite enthält zudem das Deutsche Universalwörterbuch und das Große Fremdwörterbuch vom Dudenverlag sowie Langenscheidt-Wörterbücher für die Sprachen Englisch, Spanisch, Italienisch und Französisch. Diese Komponenten fehlen der für 70 Euro verkauften Standard-Version, die aus TextMaker (Textverarbeitung), PlanMaker (Tabellenkalkulation) und Presentations (Präsentationsprogramm) besteht.

Beiden Varianten legt SoftMaker eine Erweiterung für den Mail-Client Thunderbird bei, die sowohl dessen Benutzeroberfläche als auch den Funktionsumfang verbessern sollen. Der Hersteller bietet eine 30-Tage-Testversion als RPM- oder DEB-Paket für verschiedene Linux-Distributionen zum Download an. (thl@ct.de)

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