c't 2/2016
S. 102
Praxis
Hardware-Hacks: Raspi steuert Funksteckdosen
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Querfunker

Funksteckdosen und mehr mit dem Raspi steuern

Drei Funksteckdosen samt Fernbedienung vertickt der örtliche Baumarkt für unter 10 Euro – schade nur, dass man sie weder mit dem Smartphone schalten noch in die Hausautomatisierung integrieren kann. Wirklich? Wir zeigen, wie man mit ein wenig Eigeninitiative schafft, was die Hersteller fürchten: günstige Komponenten zu vernetzen sowie Sensoren und Aktuatoren verschiedener Anbieter zu mischen.

Bei 433 MHz herrscht Anarchie. In diesem lizenzfreien ISM-Band senden Fernbedienungen für Funkschalter, Wetterstationen, Rauchmelder, Funktastaturen und unzählige weitere Geräte – von der Hausautomatisierung bis hin zum Funkmikrofon. Nicht nur, dass jeder Hersteller beim Protokoll sein eigenes Süppchen kocht und Verschlüsselung ein Fremdwort ist: Jedes Gerät bläst sein Signal in den Äther, ohne Rücksicht darauf, wer noch so sendet. Kein Wunder, dass die Fernbedienung für Funksteckdosen Marke A nicht die von Marke B ansteuern kann und vice-versa.

Wer sein Heim automatisieren will, muss sich entweder frühzeitig festlegen oder teure Gateways einsetzen. Mit etwas Bastelgeschick können Sie sich jedoch die Unsitten der Hersteller zu Nutze machen und werden selbst zum Dirigent über Ihre Geräte. Weil praktisch alle Geräte im 433-MHz-Band funken, reichen zwei billige Platinen und ein Raspberry Pi. Ein Empfänger schneidet mit, was alles über den Äther geht und leitet es unbearbeitet an den Raspi. Dort dekodiert Software die diversen Protokolle und schnürt seine eigenen Datenpäckchen, die ein kleiner Sender verschickt.

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