c't 4/2016
S. 80
Trend
Funk und IoT

Die Sprachen der Dinge

Wie Funkentwicklungen das Internet of Things prägen

IT-Giganten, Industrie-Konsortien und winzige Newcomer – alle basteln unter Hochdruck am Internet der Dinge. Bisher herausgekommen ist eine Vielzahl an Spezifikationen, aber noch kein weltweiter Standard. 2016 könnte die Wende bringen, hin zu herstellerübergreifenden Konzepten für weitreichende Kompatibilität und niedrige Preise.

Geht man von den Erfolgsmeldungen mancher Unternehmen aus, ist das Internet der Dinge fast fertig. Beispielsweise hat die französische Firma Sigfox bereits etliche Länder Westeuropas mit ihrem Schmalband-Funknetz abgedeckt und hat als Nächstes die USA auf dem Zettel.

Sigfox setzt, wie in der Branche üblich, ein proprietäres, schmalbandiges Funksystem ein, das wegen der guten Ausbreitungseigenschaften im Frequenzbereich unter 1 GHz sendet. Es erreicht maximal 1000 Bit/s, je Nachricht sendet es bis zu 12 Byte und maximal darf ein Gerät 140 Nachrichten pro Tag senden. Damit sind Anwendungen wie vernetzte Stromzähler, in Parkuhren eingebaute Parkplatzmelder, Feuchtesensoren für die Landwirtschaft oder Rauch- und Einbruchsmelder möglich.

WLAN als Vorbild

Das klingt spartanisch und pragmatisch zugleich und ist typisch für viele der Low Power Wide Area Networks (LPWAN), die alle denkbaren Dinge ins Internet bringen wollen. Dafür entwickeln die Firmen Funkprotokolle, die geringe Anforderungen an die Hardware stellen, und nutzen nur schmale Funkbänder und Frequenzbereiche mit günstigen Ausbreitungseigenschaften. So erzielen sie hohe Reichweiten und sparen zugleich an Energie für die Sendeleistung. Schließlich erwarten Hersteller Rahmenbedingungen, die günstige Produktion, überschaubare Unterhaltskosten und geringe Stromaufnahme versprechen – denn die Geräte sollen ein paar Monate, wenn nicht Jahre ohne Batteriewechsel laufen.

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