c't 7/2016
S. 44
News
Künstliche Intelligenz

Jubel und Ernüchterung

Google AlphaGo schlägt Top-Profi 4:1 im Go

In einem Turnier über fünf Partien hat das Computerprogramm AlphaGo den koreanischen Spitzenspieler Lee Sedol im Go besiegt. Die Go-Welt ist überrascht bis schockiert – und die AlphaGo-Schöpfer feiern einen Triumph der künstlichen Intelligenz.

Unter den Strategiespielen galt Go als letzte Bastion der menschlichen Intelligenz. Es ist so komplex, dass es nicht annähernd möglich ist, alle Kombinationen durchzurechnen – für den Computer nicht und für einen Menschen schon gar nicht [1]. Man braucht Kreativität und Intuition, um es gut zu spielen, so die bisherige Meinung. Wenn also ein Computer gut Go spielt, hat er dann diese menschlichen Fähigkeiten gelernt, ist er menschlicher Intelligenz näher gekommen?

Lee Sedol (9p) Sekunden nach dem Ende der letzten Partie – er hat aufgegeben.

Der Koreaner Lee Sedol stand zehn Jahre lang an der Spitze der Go-Welt und bekleidet deren höchsten Rang, den 9. Dan (9p). Obwohl er auf der Weltrangliste momentan „nur noch“ auf Platz vier steht, ist er so ziemlich das Beste, was die Menschheit dem Computer entgegenzusetzen hat. Ihn hatte Google Anfang März zu einem Turnier Mensch gegen Maschine herausgefordert: fünf Partien, eine Million US-Dollar Preisgeld.

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Erst nach der vierten Partie hatte Lee Sedol (9p) endlich wieder Grund zu lachen.