c't 10/2016
S. 120
Kaufberatung
Smartphone-Tarife
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Den richtigen Mobilfunktarif finden

Die Mobilfunkanbieter lassen sich einiges einfallen, um Kunden zu gewinnen. Einige Angebote sehen aber bloß günstig aus – nur wer sich gut informiert, kann ein Schnäppchen machen.

Die Preise im Mobilfunkmarkt fallen. Internet-Zugang, Telefonminuten und SMS gibt es zu immer günstigeren Tarifen. Zwar ist E-Plus als Wettbewerber weggefallen, weil O2 das Unternehmen übernommen hat, diese Lücke füllt nun aber der Service-Provider Drillisch. Mit insgesamt rund zehn Marken, beispielsweise Smartmobil, Winsim, Maxxim oder Discotel, läutet er immer wieder neue Preisrunden ein.

Übersichtlich ist der Markt aber noch lange nicht, zahllose Tarife, viele Fußnoten und unübersichtliche Angebotsstrukturen machen einen Vergleich schwer. Auf Seite 126 finden Sie eine Tabelle mit aktuellen Smartphone-Tarifen mit einem Datenvolumen zwischen rund 0,5 und 5 Gigabyte, die sich auch zum Telefonieren eignen. Wer einen neuen Vertrag schließen will, muss zunächst einmal die grundlegende Entscheidung treffen, ob er sich vertraglich binden will. Prepaid-Karten gelten vielen Kunden immer noch als unkomfortabel. Sie empfinden regelmäßiges Nachladen des Guthabens als lästig und fürchten, dass das Handy ausgerechnet dann streikt, wenn sie gerade dringend telefonieren müssen.

Bei der Einführung von Prepaid-Angeboten vor rund 15 Jahren waren die Preise für Telefonate und SMS deutlich höher als die von Laufzeitverträgen, dafür entfielen die Grundgebühren. Das haben viele Kunden immer noch im Hinterkopf, wenn sie das Stichwort Prepaid hören. Das Verhältnis ist inzwischen aber vollständig zu Ungunsten der Vertragskunden gekippt: Die zahlen nicht nur höhere Gebühren, sondern werden in vielen Verträgen obendrein bei den Verbindungskosten gemolken.

Bei Preisänderungen sind flexible Prepaid-Kunden im Vorteil. Sie erhalten Preissenkungen und Leistungsverbesserungen umgehend – Vertragskunden müssen darauf oft bis zum Ende der maximal zweijährigen Laufzeit warten und zahlen in der Zwischenzeit kräftig drauf, wenn die Preise am Markt sinken.

Der Komfort eines Laufzeitvertrags wird mit einigen Nachteilen erkauft. Zunächst einmal ist da das Kostenrisiko: Kriminelle Profis können durch automatisierte Anrufe binnen weniger Minuten einen Schaden in fünfstelliger Höhe anrichten, wenn ihnen ein entsperrtes Handy oder eine SIM-Karte ohne PIN-Abfrage in die Hände fällt. Auch Minderjährige können erhebliche Rechnungen verursachen, wenn sie mangels Erfahrung in eine geschickt aufgestellte Kostenfalle laufen, beispielsweise durch Anrufe oder SMS an kostenpflichtige Rufnummern.

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