c't 10/2016
S. 50
News
Spiele-Hardware

Stärkere Playstation 4 „Neo“ für 4K geplant

Die bisherige Playstation 4 ist für 4K und hohe Detailstufen zu langsam. Der Nachfolger „Neo“ soll das dank seiner aufgebohrten GPU packen.

Sony will anscheinend eine leistungsfähigere Variante der Playstation 4 vorstellen, die schnell genug für die 4K-Auflösung und aufwendige VR-Spiele sein soll. Seit Anfang des Jahres kursieren Gerüchte über die stärkere Variante, die offenbar unter dem Codenamen „Neo“ entwickelt wird. Mitte April hat die Website Giant Bomb Details über die künftige Hardware veröffentlicht und beruft sich auf mehrere Quellen.

Demnach bietet die Neo eine um 30 Prozent höhere Prozessorleistung und eine mehr als doppelt so hohe 3D-Performance im Vergleich mit der normalen Playstation 4. Der Grafikchip soll wie bisher von AMD kommen, allerdings mit verbesserter Architektur und 2304 statt 1152 Shader-Rechenkernen. Es ist denkbar, dass die GPU bereits auf die Polaris-Grafikarchitektur und ein feineres Fertigungsverfahren setzt, was die Effizienz erhöht. Die acht Jaguar-Prozessorkerne sollen mit 2,1 GHz statt 1,6 GHz laufen. Der Speicherausbau bleibt laut dem Bericht weiterhin bei 8 GByte GDDR5, allerdings steige die Transferrate von 176 auf 218 GByte/s.

Durch die höhere Rechenleistung dürfen Playstation-Spiele im neuen „Neo“-Modus laufen, also mit einer höheren Render-Auflösung, Bildrate oder Detailstufe. Die Bildrate muss aber mindestens so hoch wie die normaler PS4-Spiele ausfallen. Ab kommenden Oktober müssen laut dem Bericht Entwickler einen Neo-Modus in ihre Spiele einbauen, manch bisheriger Titel könnte mit einem Neo-Update versorgt werden. Spiele, die nur auf der Neo-Konsole laufen, soll es allerdings nicht geben. Wann die neue Playstation erscheint, ist ungewiss – im Oktober will Sony zunächst die VR-Brille Playstation VR herausbringen. Auch über den Einführungspreis der Playstation 4 Neo gibt es derzeit noch keine offiziellen Informationen. Insidern zufolge will Sony für das Neo-Modell 400 Euro verlangen – so viel kostete einst die normale Playstation 4 zum Marktstart. Es ist denkbar, dass die Playstation 4 Neo sogar erst im kommenden Jahr erscheinen wird. (mfi@ct.de)

Spieler-Grafikkarten der nächsten Generation

Bald kommt die nächste Generation von Spieler-Grafikkarten auf den Markt. Gerüchten zufolge will Nvidia bereits im Mai erste Exemplare mit Pascal-Grafikchips vorstellen. Sie dürften unter den Bezeichnungen GeForce GTX 1070 und 1080 laufen und genügend 3D-Leistung fürs 4K- und VR-Gaming bieten.

In einem chinesischen Forum tauchte der vermeintliche Kühlkörper einer GeForce GTX 1080 auf. Bild: baidu.com

In einem chinesischen Forum ist ein Bild des vermeintlich neuen Nvidia-Referenzkühldesigns und dem Schriftzug „GTX 1080“ aufgetaucht. Ein Bericht der Website Videocardz zeigt die Einzelteile eines vermeintlichen GTX-1000-Kühlkörpers. Wahrscheinlich werden die GeForce-Varianten schnellen GDDR5- oder GDDR5X-Speicher nutzen – High Bandwidth Memory 2 dürfte zunächst der Profi-Rechenkarte Tesla P100 vorbehalten bleiben.

AMD will mit Radeon-Grafikkarten der Polaris-Generation konkurrieren und erste Exemplare auf der Hardware-Messe Computex zeigen, die vom 31. Mai bis 4. Juni in Taipeh stattfindet. Fraglich bleibt, ob solche Karten dann bereits im Handel erhältlich sein werden. Polaris-Grafikkarten sind mit Mittelklasse-Chips (Polaris 11) und Gaming-Chips (Polaris 10) geplant. Sie geben ihre Bildsignale über HDMI 2.0a und DisplayPort 1.3 aus – ein großer Schritt im Vergleich zu bisherigen Radeons, die lediglich HDMI 1.4a und DisplayPort 1.2 bieten. Die erweiterte Display-Engine kann sogar echte Hochkontrastbilder mit 10 Bit pro Farbkomponente ausgeben, wozu allerdings HDR-fähige Monitore nötig sind.

Gefertigt werden Polaris-GPUs mit 14-nm-Strukturen, wodurch ihre Effizienz im Vergleich zu den 28-nm-Vorgängern laut AMD um den Faktor 2,5 höher ausfällt. Die vierte Generation der GCN-Architektur soll Dreiecke schneller verarbeiten; außerdem will AMD die Compute Units, den Command Processor und das Speicher-Interface verbessert haben. Polaris-GPUs unterstützen wie ihre Vorgänger die DirectX-12-Funktion Asynchronous Compute, die DirectX-12-Spiele beschleunigt. Erste DirectX-12-Benchmarks mit aktuellen Grafikkarten finden Sie auf Seite 64. (mfi@ct.de)

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