c't 11/2016
S. 187
Spielekritik
Strategie-Politiksimulation

Von Syrien bis nach Nordkorea

Etliche Staatsmänner und -frauen bei Power & Revolution sind an reale Vorbilder angelehnt, allerdings ist die animierte Darstellung eher gruselig als reizvoll.

Politik ist ein schweres, bisweilen auch schmutziges Geschäft. Irgendwo im Land probt eine Gruppe Unzufriedener den Aufstand. Mit Diplomatie, Weitsicht und Steuergeschenken ist manche Krise zu meistern – zur Not lässt man halt Wahlen fälschen oder Gegner ermorden. Wer einige Stunden mit Politik Simulator 4: Power & Revolution verbringt, spürt, wie Sachzwänge und verführerische Macht Entscheidungen beeinflussen.

Die vierte geopolitische Simulation der französischen Serious-Games-Schmiede Eversim hat einen beeindruckenden Umfang. 174 reale Länder stehen zur Auswahl, die man als Staatsoberhaupt führen oder als Rebell in Unruhe versetzen kann. Hinter acht Registerreitern im Menü verbergen sich 46 politische und wirtschaftliche Bereiche, die die Geschicke des Landes betreffen. Das Spektrum reicht von Steuersätzen über Schulbau bis hin zu Attentaten und Wahlmanipulation. Meist reagiert man auf Ereignisse, die in schneller Folge stattfinden. Minister raten zu Handelsabkommen, Lobbyisten zum Umweltschutz, Berater warnen vor schlechter Presse. Ist man verwirrt, hilft „Professor Debenhausen“ als eingebautes Tutorial weiter.

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Von Syrien bis nach Nordkorea (4 Bilder)

Das Spiel kennt 174 reale Länder. In acht Makro-Ansichten lassen die Nationen sich nach Faktoren wie Wirtschaftskraft oder diplomatischen Beziehungen geordnet aufrufen.