c't 11/2016
S. 174
Praxis
Live-Ubuntu selbstgebaut
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Live-System am Start

Selbstgemachtes Live-Ubuntu für DVD und USB-Stick

Ein Live-Linux ist ein praktischer Helfer, wenn der PC nicht mehr bootet, Daten gerettet werden müssen oder man auf einem fremden Rechner surfen möchte. Doch selten sind all die Programme und Werkzeuge an Bord, die man sich wünscht. Wir zeigen, wie Sie Ihr eigenes Ubuntu-Live-System mit genau der Software bauen, die Sie benötigen.

Live-Linuxe taugen nicht nur, um die neuesten Features einer Distribution ohne vorherige Installation ausprobieren zu können. Sie helfen auch, auf der EFI-Boot-Partition aufzuräumen, wenn etwas schiefgegangen ist und das reguläre Betriebssystem nicht mehr startet. Und sie sind das erste Hilfsmittel bei Datenverlusten, sei es durch versehentliches Löschen oder in Folge eines Hardware-Defekts. Doch nicht immer sind alle Tools an Bord einer Standard-Live-Distribution, die man sich wünscht. Auf Basis von Ubuntu 16.04 LTS können Sie leicht ein eigenes, maßgeschneidertes Live-Linux zusammenstellen – etwa zum Surfen oder für Online-Banking. Auf diese Weise haben wir mit früheren Ubuntu-Versionen c’t Bankix und c’t Surfix erstellt.

32 oder 64 Bit

Am Anfang steht die Entscheidung, ob Ihr Live-Ubuntu später 32-Bit- oder 64-Bit-PCs unterstützen soll. Dementsprechend verwenden Sie entweder die i386- oder die amd64-Variante der Ubuntu-Installations-DVD als Ausgangsbasis. Um das System auf möglichst vielen Rechnern einsetzen zu können, empfiehlt sich die 32-Bit-Version, denn diese läuft auch auf 64-Bit-Systemen – und bootet dank eines Tricks, den wir am Ende des Artikels zeigen, selbst auf Rechnern mit UEFI und aktiviertem Secure Boot. Diese Version haben wir auch als Grundlage für diesen Artikel gewählt.

Für die Zusammenstellung Ihres eigenen Ubuntu-Live-Systems installieren Sie die gleiche Ubuntu-Version als Build-System auf einer Festplatte. So gibt es keine Versionsprobleme bei Bibliotheken und Dateiformaten. Die benötigten Build-Werkzeuge gehören nicht zum Standard-Installationsumfang, weshalb Sie die Pakete build-essential, debootstrap, squashfs-tools, genisoimage und syslinux-common nachinstallieren.

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