c't 11/2016
S. 78
Kaufberatung
Messlatte MacBook?
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Messlatte MacBook?

Wo Windows-Notebooks auftrumpfen, was an MacBooks besser ist

Apples MacBooks haben sich in vielen Köpfen als die Referenz für Notebooks festgesetzt: teuer, aber schick und gut. Windows-Notebooks haben allerdings aufgeholt – und bieten in mancherlei Aspekt sogar mehr.

Der Gedanke an ein MacBook weckt viele positive Assoziationen: Schickes Design, hochwertige Verarbeitung, leicht und schlank, gute Komponenten und hilfreicher Service sind nur einige davon. Hinzu kommt, dass Apple viele technische Entwicklungen als erster Notebook-Hersteller implementiert hat. Große Touchpads mit Mehrfinger-Bedienung debütierten genauso in MacBooks wie Hoch-DPI-Displays – bei Apple auf den schönen Marketingbegriff Retina-Display getauft.

Die anderen Hersteller waren diesbezüglich immer etwas langsamer. Das erste Windows-Notebook mit mehr als Full-HD-Auflösung kam erst ein Jahr nach dem MacBook Pro mit Retina-Bildschirm. Nach dem MacBook Air brauchte es nicht nur mehrere Jahre, sondern auch noch Intels gigantische Ultrabook-Marketing-Kampagne, bis in der Windows-Welt der Siegeszug der dünnen und leichten Notebooks begann. Dabei existierten flache und leichte Notebooks schon lange vor dem MacBook Air, beispielsweise von Sony oder Toshiba – aber halt nur als Nische.

Zudem muss man Apple zugutehalten, dass die genannten technischen Neuerungen keineswegs nur gemacht wurden, weil sie möglich waren. Die großen Touchpads brachten ein Plus an Bedienkomfort, das MacBook Air gab dem Bewusstsein Form, dass ein leichtes Notebook mit langer Akkulaufzeit etwas Tolles ist – erst recht, wenn es leistungsfähiger ist als die zeitgleich aufgekommenen Netbooks. Und wer einmal Text oder Bilder auf einem Hoch-DPI-Bildschirm gesehen hat, will nicht mehr zu einem normal-pixeligen Display zurück. Sie dienten also immer auch dem Nutzer.

Sinkt der Stern?

Die letzte große Notebook-Innovation seitens Apple, eben das Retina-MacBook, liegt mittlerweile schon ein ganzes Stück zurück: Es erschien Mitte 2012. Zwar brachte das Unternehmen Anfang 2015 mit dem 12-Zoll-MacBook ein nochmals dünneres und leichteres Notebook als das MacBook Air auf den Markt, aber dessen Bedienkomfort musste sich dem Formfaktor unterordnen. Es gibt abseits vom Audio-Ausgang nur eine einzige Buchse; zudem tippt man unbequem auf der Tastatur, weil der Tastenhub ob des flachen Gehäuses sehr gering ausfällt. Bei der kürzlich vorgenommenen Modellpflege mit einer neuen Generation Core-m-Prozessoren hat sich Apple dieser Kritikpunkte nicht angenommen.

Notebooks mit schicken Gehäusen und unverwechselbarem Design gibt es von vielen Herstellern.

Wer sich deswegen für das etwas schwerere, aber sowohl günstigere als auch leistungsstärkere MacBook Air interessiert, welches zudem Thunderbolt bietet, wird wiederum vom Bildschirm enttäuscht. Ein Hoch-DPI-Display ist – vier Jahre nach dem ersten Retina-MacBook – in der Air-Familie weiterhin nicht vorgesehen. Es gibt dort noch nicht einmal blickwinkelunabhängige IPS-Panels.

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