c't 12/2016
S. 134
Praxis
Linux für Fischertechnik TXT
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Herz für Fischertechnik

Community-Firmware bohrt den Robotics TXT Controller auf

Wer einen Roboterbaukasten sucht, muss nicht unbedingt zu Lego Mindstorms greifen. Fischertechnik bietet schon seit 2014 die vierte Generation seiner Steuermodule an. Dafür gibt es inzwischen die erste Open-Source-Firmware, die dem System neues Leben einhaucht.

Fischertechnik kennen viele als Technikbaukasten aus ihrer Kindheit. Der Hersteller der grauen Klötzchen erkannte schon in den 80ern das Potenzial der Verbindung zwischen Homecomputer und Konstruktionsspielzeug. Lieferte früher ein C64 oder PC die Rechenleistung, steckt die Intelligenz inzwischen in einem Elektronikmodul, dem Robotics TXT Controller.

Anschlussvielfalt

Den aktuellen TXT Controller bekommt man im Fischertechnik Robotics TXT Discovery Set (522429) inklusive Kamera, Tastern, Motoren und mehr zu einem Straßenpreis von knapp 300 Euro oder einzeln für 210 Euro (522429). In ihm steckt ein mit 600 MHz getakteter TI-AM3359-Sitara-SoC (ARM Cortex-A8). Entgegen den offiziellen Angaben von Fischertechnik stehen ihm nicht nur 128 MByte RAM und 64 MByte Flash zur Seite, sondern 256 MByte respektive 128 MByte. Damit überbietet er den ebenfalls unter Linux laufenden EV3-Controller von Lego Mindstorms deutlich und spielt in der gleichen Liga wie die ersten Modelle des Raspberry Pi. Die Steuerung der Fischertechnik-spezifischen Motor- und Sensoranschlüsse übernimmt ein zweiter Microcontroller im TXT, den der Sitara über eine interne serielle Schnittstelle anspricht. Dieser Teil des TXT ist Closed Source und derzeit nicht öffentlich dokumentiert. Fischertechnik hat aber bereits einigen Entwicklern Vorabversionen einer Dokumentation zur Verfügung gestellt.

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