c't 12/2016
S. 158
Hintergrund
Kinder: Experimente zum Binärsystem
Aufmacherbild

Fähnchen schwingen

IT-Grundlagen für Kinder: Buchstaben kodieren

Im ersten und zweiten Teil dieser Mini-Serie ging es um kindgerechte Experimente zum binären Zahlensystem. Der dritte und letzte Teil befasst sich mit einer der wesentlichen Anwendungen binärer Zahlen im Computer: der Kodierung von Text.

Jede Zahl wird im Binärsystem – genau wie im Zehnersystem – durch eine ganz bestimmte Ziffernkombination dargestellt. Die Ziffernkombination liegt fest, sie ergibt sich aus dem Wert der Zahl. Alle anderen Zeichen, insbesondere auch Buchstaben, lassen sich ebenfalls mit einer Kombination aus 0 und 1 darstellen. Im Unterschied zur Zahlendarstellung ist eine solche Kodierung das Ergebnis einer Festlegung oder Vereinbarung. Buchstaben und Zeichen können also ganz unterschiedliche Codes zugeordnet werden. Im einfachsten Fall kann man das Leerzeichen, die 30 Großbuchstaben mit Umlauten sowie einen Punkt als Trennzeichen fortlaufend mit den Binärzahlen für 0 bis 31 kodieren – wie in der Code-Variante A auf Seite 159. Wollen sich zwei Personen damit Botschaften übermitteln, benötigen beide eine Übersetzungstabelle.

Zum Kasten: Der c’t-Tipp für Kinder und Eltern

Probieren Sie aus, wie sich etwas längere Wörter und vielleicht ein ganzer Satz übermitteln lassen – wechseln Sie dabei mit dem Kind die Rollen, indem Sie beide abwechselnd Nachrichten senden und empfangen. Sie werden schnell feststellen: Die Nachrichtenübermittlung funktioniert stabil, ist aber ganz schön aufwendig. Wie viele Fähnchen müssen für den Satz „Informatik ohne Computer ist toll“ hochgehalten werden? Klar: Jedes Zeichen ist mit genau fünf Binärstellen kodiert, die Nachricht hat 33 Zeichen und lässt sich daher mit 165 Fähnchen übermitteln. Eine solche Kodierung nennt sich auch Blockcode, da jedes Zeichen durch einen gleich großen Block von Binärstellen dargestellt wird.

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