c't 12/2016
S. 41
News
Internet

Streit um „Trending News“ bei Facebook

In den USA fasst Facebook populäre Themen und Nachrichten als „Trending Topics“ zusammen. Konservative Inhalte wurden dabei unterdrückt, behaupten ehemalige Mitarbeiter. Bild: Facebook

Unterdrückt Facebook in den USA gezielt Nachrichten mit konservativen Inhalten? Das behaupteten frühere Facebook-Mitarbeiter gegenüber dem IT-Blog Gizmodo. Mehrere ehemalige „News-Kuratoren“ hätten gezielt Nachrichten aus dem konservativen Spektrum nicht in die „Trending Topics“ aufgenommen. Betroffen waren etwa Nachrichten über republikanische US-Politiker. Die Mitarbeiter hätten zudem die Anweisung erhalten, bestimmte Themen in die beliebtesten News aufzunehmen – obwohl sie auf Facebook nicht populär waren.

Facebook dementierte die Vorwürfe und veröffentlichte seine internen Richtlinien zur Auswahl der „Trending Topics“. Demnach schlägt ein Algorithmus einzelne Nachrichten vor, die gerade populär sind. Ein Team prüft diese Auswahl und filtert unter anderem täglich beliebte Begriffe ohne Nachrichtenwert heraus – zum Beispiel „Mittagessen“. Die Mitarbeiter verfassen zudem Beschreibungen und gewichten die Meldungen nach nationaler und globaler Relevanz. Besonders wichtige Themen erhalten manuell einen „Importance Level“, der abhängig von der Berichterstattung auf zehn großen Nachrichtenseiten ist. Haben alle zehn dieselbe Geschichte als Aufmacher, erhält das Ereignis eine stärkere Gewichtung. Die so gefilterten Nachrichten verteilt ein Algorithmus an die Nutzer, die eine individuelle Auswahl angezeigt bekommen. Facebook überprüfe regelmäßig die Einhaltung der Richtlinien. Verstöße seien ein Kündigungsgrund, betonte das Unternehmen.

Um konservative Gruppierungen in den USA zu beruhigen, hat sich Facebook-CEO Mark Zuckerberg mit Politikern und Journalisten aus dem rechten politischen Spektrum getroffen. „Das Silicon Valley hat den Ruf, liberal zu sein“, gab Zuckerberg zu. Es sei aber wichtig, dass Facebook eine Plattform für alle Ideen bleibe. (dbe@ct.de)

Mozilla sucht Testpiloten für Firefox

Im Rahmen des Programms „Firefox Test Pilot“ können experimentierfreudige Firefox-Nutzer neue Funktionen vorab testen und ihr Feedback einschicken. Mozilla will so herausfinden, welche Funktionen in welcher Form in den Browser eingebaut werden sollen. Zu Beginn des Programms gibt es drei Experimente: Der „Activity Stream“ bündelt „Top Sites“, Bookmarks und lesenswerte Artikel aus dem Web. Ein „Tab Center“ organisiert Tabs in einer Seitenleiste. Die „Universal Search“ schlägt Suchergebnisse während der Adresseingabe vor.

Aktivieren lassen sich die experimentellen Funktionen über ein Firefox-Add-on, das es für Windows, OS X und Linux gibt. (dbe@ct.de)

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