c't 12/2016
S. 38
News
Linux

Raspbian optimiert Bluetooth-Support

Raspbian bringt jetzt grafische Programme zur Interaktion mit Bluetooth-Geräten mit.

Die neueste Version des Raspberry-Pi-Betriebssystems Raspbian verbessert die Unterstützung für die Bluetooth-Hardware des Raspi 3. Dadurch muss man jetzt nicht mehr Kommandozeilenprogramme bemühen, um Bluetooth-Geräte zu suchen oder anzubinden, sondern kann das über Desktop-Anwendungen erledigen. Diese beherrschen aber vorerst nur Eingabegeräte und Hardware zur Audio-Ausgabe.

Die Linux-Distribution verwendet jetzt den Linux-Kernel 4.4. Neu dabei ist ein Programm zum Kopieren von SD-Karten, um etwa ein Voll-Backup der Raspbian-Installation zu erstellen. Neben dem recht simplen Editor des LXDE-Desktops liegt jetzt Geany bei, der mehr Funktionen bietet, um das Programmieren größerer Projekte zu erleichtern. (thl@ct.de)

Qemu 2.6 verschlüsselt mit LUKS

Die neue Version des bei der KVM- und Xen-Virtualisierung verwendeten Qemu unterstützt Virgl 3D auch bei virtuellen Maschinen (VMs), die im Hintergrund laufen. Das steigert die Alltagstauglichkeit: Bislang musste man das Fenster zur Interaktion mit der VM dauerhaft offen lassen, wenn diese Virgl 3D nutzen sollte; dabei handelt es sich um eine erst bei 2.5 eingeführte Technik, mit der ein Gast-Linux die 3D-Beschleunigung des Linux-Hosts verwenden kann.

Qemu 2.6 kann Datenträger jetzt so verschlüsseln, wie es Linux-Kernel und Cryptsetup mit DM-Crypt und LUKS machen. Mit dem LUKS-Support von Qemu verschlüsselte Images, Volumes oder Netzlaufwerke lassen sich dadurch mit den Werkzeugen und Handgriffen handhaben, die Admins von der Datenträgerverschlüsselung in Linux-Distributionen kennen.

Die jüngst eingeführte Live-Migration mit Post-copy, bei der ein Teil des Arbeitsspeichers erst nach dem Wechsel auf einen neuen Host übertragen wird, gilt nicht mehr als experimentell. Das neue Qemu 2.6 kann jetzt auch einen Raspberry Pi 2 emulieren. In solch einer „raspi2“-VM sollen ältere Versionen von Windows und Raspbian laufen. (thl@ct.de)

ZFS in Debian Contib

Das Debian-Projekt bietet im Contrib-Repository jetzt Pakete an, die Debian GNU/Linux Testing und Unstable mit Unterstützung für das ZFS-Dateisystem versorgen. Diese Pakete erzeugen das von „ZFS for Linux“ stammende Kernel-Modul dynamisch per DKMS (Dynamic Kernel Module Support) auf dem jeweiligen System. Das ist fehleranfälliger, als das Modul vorkompiliert zusammen mit dem Kernel auszuliefern, wie es Ubuntu neuerdings tut. Der Debian-Ansatz vermeidet allerdings eine Lizenzproblematik: Nach Ansicht einiger Kernel-Entwickler und Juristen dürfen der GPLv2-lizenzierte Linux-Kernel und der CDDL-Kernel-Code von ZFS on Linux nicht so kombiniert werden wie bei Ubuntu. Diese Lizenzproblematik ist auch der Grund, warum die Unterstützung des ursprünglich für Solaris entwickelten Dateisystems bei Debian im optionalen Contrib-Repository liegt. (thl@ct.de)

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