c't 13/2016
S. 182
Know-how
IPv6: Happy Eyeballs

Happy Eyeballs

Verzögerungen in Dual-Stack-Netzen vermeiden

In Dual-Stack-Netzwerken mit IPv4 und IPv6 muss sich ein System beim Verbindungsaufbau möglichst schnell zwischen den Protokollen entscheiden. Je cleverer die Strategie, desto flotter sind Webseiten aufgebaut.

Bei klassischen Unix-TCP/IP-Implementierungen wie BSD und Linux fragen Anwendungen über die Systemfunktion getaddrinfo nach einer Liste von IPv4- und IPv6-Adressen des Ziels. Es liefert an die Anwendung eine Ergebnisliste zurück, die nach RFC 3484 (alt) oder RFC 6724 (neu) sortiert ist.

Die Anwendung probiert nun die Liste durch, zuerst IPv6, dann IPv4. Funktioniert der Internetzugang nur über IPv4, dann schlagen die IPv6-Versuche nach einem Timeout von einigen Sekunden fehl. Erst wenn alle IPv6-Adressen abgearbeitet sind, was geraume Zeit dauern kann, kommt IPv4 dran.

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