c't 13/2016
S. 148
Know-how
Simulatorkrankheit
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Risiken und Nebenwirkungen

Die Simulatorkrankheit in der Virtual Reality

Mit HTC Vive oder Oculus Rift erlebt man VR-Spiele deutlich intensiver als normale Computerspiele. Wie bei Drogen droht aber auch hier nach dem Rausch der Kater in Form der Simulatorkrankheit. Forscher suchen nach Auslösern und Gegenmitteln.

Mit dem Marktstart der VR-Brillen HTC Vive und Oculus Rift kommen viele Menschen zum ersten Mal mit der Virtual Reality in Kontakt. Während man mobile VR-Systeme wie die Samsung Gear meist nur wenige Minuten trägt, sind Spiele für die Vive und Rift oftmals für stundenlange Aufenthalte in der Virtualität ausgelegt.

Virtual-Reality-Spiele haben jedoch einige Besonderheiten, die die sogenannte Simulatorkrankheit auslösen können. Sie ist derzeit noch das größte Hindernis, das VR-Entwickler auf dem Weg zum Massenmarkt überwinden müssen.

Dazu gibt es bislang jedoch nur wenige wissenschaftliche Studien. Deren Forschungsergebnisse beziehen sich entweder auf Erfahrungen mit inzwischen technisch veralteten VR-Geräten oder sie wurden nur mit kleinen Gruppen durchgeführt, beispielsweise mit Piloten beim Simulatortraining oder beim Militär. Die bisherigen Erkenntnisse geben jedoch bereits einen guten Überblick über Auslöser und können VR-Spielern wie auch -Entwicklern helfen, die Symptome richtig einzuschätzen und womöglich abzumildern.

Die Ursachen

Die Ursachen der Simulatorkrankheit liegen primär in widersprüchlichen Eindrücken, die die Augen und die übrigen Sinnesorgane wie das Innenohr an das Gehirn weiterleiten. So vermitteln die Augen dem Gehirn, der eigene Körper würde sich bewegen, während das Gleichgewichtsorgan die Bewegung nicht registriert. Das gilt vor allem für Beschleunigungen (wozu auch Abbremsen und Richtungsänderungen gehören). Bewegungen mit konstanter Geschwindigkeit werden vom Gleichgewichtsorgan hingegen nicht erkannt.

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