c't 14/2016
S. 150
Recht
Breitbandanschlüsse
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Bild: Jörg Niehage

Schlechter Durchsatz

Schwammige Leistungszusagen von Breitbandanbietern

Wenn der früher einmal schnelle Internetanschluss lahmt, wimmeln die Provider ihre Kunden gerne mit Allgemeinplätzen ab. Mit guten Argumenten und der richtigen Strategie kann man in solchen Fällen Druck machen – wenn der Anbieter keine Abhilfe schafft, kommt man unter Umständen sogar aus dem Vertrag heraus.

Die Internet-Provider bieten vielerorts Datenraten zwischen 50 und 200 MBit/s an. Sie garantieren dieses Tempo aber nicht und relativieren ihre Leistungszusage elegant mit den Wörtchen „bis zu“ [1]. Schnelle Anschlüsse ab 25 MBit/s im Downstream erreichen in der Praxis zwar oft die zugesagten Maximalwerte, ADSL-Anschlüsse mit bis zu 16 MBit/s hingegen bleiben oft weit unter der erwarteten Datenrate.

Was aber, wenn der Anschluss immer wieder mit kleineren oder größeren Störungen zu kämpfen hat? Gamer kämpfen dann mit Lags, Telefonierer mit Aussetzern, und Videos stocken oder laufen in zu geringer Auflösung.

Video: Nachgehakt

Solange das nur hin und wieder passiert, haken es Kunden mit einem Achselzucken ab. Lästig wird es aber, wenn solche Mängel häufig oder regelmäßig auftreten. Davon betroffen sind viele Kunden: Eine im Auftrag der Bundesnetzagentur durchgeführte Studie zur Dienstqualität von Breitbandzugängen aus dem Jahre 2013 kam zu dem Ergebnis, dass bei Breitband-Anschlüssen per TV-Kabel die durchschnittliche Datenübertragungsrate in den Abendstunden um bis zu zehn Prozent sank, während zugleich die Laufzeit der Datenpakete um bis zu zehn Prozent anstieg (siehe c’t-Link). Bei DSL-Anschlüssen zeigte sich hingegen nur eine geringe Abhängigkeit der Anschlussleistung von der Tageszeit.

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