c't 14/2016
S. 56
Kurztest
WLAN-Schaltsteckdose

HomeKits Anknipser

Parce One ist die zweite Schaltsteckdose auf dem deutschen Markt, die sich über HomeKit steuern lässt – und das erste Modell, das Befehle über WLAN entgegennimmt.

Aufmacherbild

Die Eve Energy von Elgato (für 50 Euro) war hierzulande die erste Funk-Schaltsteckdose für Apples Heimautomationsplattform HomeKit (siehe c’t 19/15, S. 62). Sie nutzt als Funkprotokoll Bluetooth 4.0 Low Energy (Bluetooth Smart). Parce One nimmt Befehle dagegen über WLAN entgegen. Das hat den Vorteil, dass zum Ein- und Ausschalten des angeschlossenen Verbrauchers kein iOS-Mobilgerät in der Nähe sein muss. Stattdessen empfängt diese Steckdose Befehle in jeder Ecke des Heims, in die das WLAN-Signal dringt.

One ist wuchtig; in einer Steckdosenleiste blockiert sie bis zu drei Anschlüsse. Zudem zieht der Zwischenstecker deutlich mehr Strom als das Konkurrenzmodell: Liegt die Leistungsaufnahme beim Elgato-Gerät im Standby nahe null, kommt die One auf rund 1,4 Watt. Leitet die Steckdose Strom an den Verbraucher, leuchtet an ihrem Gehäuse ein weißer LED-Ring auf. Diese Anzeige lässt sich nicht deaktivieren. Das wäre aber wünschenswert, da sie im Heimkino eventuell stört.

Im Test ließ sich die One über die kostenlose iOS-App des Herstellers problemlos ins lokale Netzwerk und ins eigene HomeKit-Ökosystem einbinden. Nun lässt sich die Schaltsteckdose per App, mit Siri-Sprachbefehlen oder über einen Druckknopf am Gerät steuern. One zeigt über die App auch die Leistungsaufnahme des angeschlossenen Verbrauchers an – allerdings teilweise verzögert und mit starker Abweichung vom tatsächlichen Wert: Bei einem Verbraucher, der laut unserem geeichten Messgerät 120 Watt aufnahm, lag die Differenz bei fast 20 Watt.

Die App zeigt die Leistungsaufnahme des Verbrauchs an, die Messung ist aber ungenau.

Über HomeKit kann man die One unter anderem Räumen und Gruppen zuweisen beziehungsweise über Szenen zusammen mit anderen Geräten kontrollieren. Schaltvorgänge lassen sich an mehrere, teilweise kombinierbare Bedingungen knüpfen. Auch die Steckdose selbst kann Aktionen triggern – also etwa die Homekit-gesteuerte Heizung aufdrehen, wenn ein angeschlossener Verbraucher Strom zieht. Damit die Auslösung funktioniert, muss das gekoppelte Handy zu dieser Zeit aber mit der One in Verbindung stehen.

Ein Apple TV ab der 3. Generation soll als Gateway im Heim die Steckdose von unterwegs erreichbar machen. Im Test funktionierte dies nicht auf Anhieb – was aber darauf zurückzuführen war, dass zunächst die Anbindung des Apple TV an HomeKit über die iCloud hakte. Dies ist ein bekanntes Problem.

Parce arbeitet an einer Lösung, die ohne Box auskommt. Stattdessen soll der Befehl über einen Cloud-Dienst des Herstellers laufen, den man kostenlos nutzen kann. Der Dienst sichert aktuell bereits die ermittelten Verbrauchswerte. Auch eine Android-App ist geplant. Als Schaltsteckdose ist One ein interessantes Gerät, wenn man auf eine genaue Leistungsmessung verzichten kann. (nij@ct.de)

Tabelle
Tabelle: One

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