c't 14/2016
S. 3
Editorial
Sven Hansen

Eindringlingsalarm

Die Informationstechnik durchdringt unseren Alltag. Das Smartphone ist nicht mehr wegzudenken, Autos hängen in der Cloud und die angelassene Heizung deaktivieren wir vom Strand aus per App - Klick. Selbst der Thermomix soll bald sein WLAN-Modul bekommen - das Internet of Things macht sich in unserem Leben breit.

Die Zukunft wird noch mehr dieser "IT-küsst-XYZ-Produkte" bringen, denn die Hersteller kommen um die Bedürfnisse der Generation Smartphone nicht herum. Früher genügte es, einem Gerät eine Fernbedienung beizulegen, damit es als Consumer-Elektronik durchging. Heute muss es eine App sein. Mit der App kommt die Informationstechnik ins Spiel und genau an diesem Punkt scheinen viele Hersteller überfordert zu sein.

Dass es in unserer Geschichte ab Seite 78 ausgerechnet Hersteller von Alarmanlagen erwischt, lässt tief blicken. Die Branche steht wie kaum eine andere in der Verantwortung, ihren Kunden ein größtmögliches Maß an Sicherheit - auch IT-Sicherheit - zu bieten. Der im Artikel aufgedeckte Fehler ist so banal wie verheerend, da er betroffene Produkte nicht nur in ihrer Funktion einschränkt, sondern komplett auf den Kopf stellt. Die vernetzten Alarmanlagen wandeln sich vom Schutzschild gegen Übeltäter zum perfekten Einbruchsassistenten. Die Langfinger können ihn äußerst zeitgemäß unterwegs vom Smartphone aus nutzen.

Die Hersteller vernetzter Produkte täten gut daran, lieber einen Security-Experten zu viel als zu wenig einzustellen. Und sie sollten ihre Produkte auch von außen systematisch auf IT-Sicherheit hin abklopfen lassen.

Wollen wir bei allen diesen Lücken auf unsere geliebten Gadgets verzichten? Natürlich nicht. Wir wollen sogar mehr DAU-kompatible Technik, die unseren Alltag noch einfacher macht. Das Abfangen eines erwartbaren Fehlverhaltens durch den Nutzer ist eine der wichtigsten Aufgaben bei der Entwicklung neuer Produkte. Solange die Hersteller das nicht verstanden haben, sollten wir beim Umgang mit der coolen Technik allerdings wachsam bleiben.

Unterschrift Sven Hansen Sven Hansen

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