c't 14/2016
S. 22
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Supercomputer
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Der chinesische Supercomputer Sunway TaihuLight

Frischer Wind im HPC

ISC’16: Intel Knights Landing und ein neuer Spitzenreiter in der Top500-Liste

Endlich gibt es wieder Bewegung im High Performance Computing: An der Spitze der zum Auftakt der ISC in Frankfurt/Main veröffentlichten neuen Top500-Liste der Supercomputer kratzt ein neuer chinesischer Rechner an der 100-PFlops-Marke und bringt China vor die USA. Intels Xeon Phi Knights Landing ist endlich da und befeuert das erste System in der Liste.

Das Besondere an dem neuen chinesischen Supercomputer Sunway TaihuLight sind nicht nur seine 93 PFlops im Linpack-Benchmark – also die dreifache Performance des bisherigen Spitzenreiters Tianhe 2 und das bei geringerem Energieverbrauch von 15,3 verglichen mit 17,8 MW –, sondern die Tatsache, dass der in China entwickelte RISC-Prozessor ShenWei SW26010 mit sage und schreibe 260 Kernen den Rechner antreibt. Im ShenWei-Prozessor, so nimmt man an, lebt das Design des guten alten DEC-Alpha-Prozessors weiter. Zuvor gab es bereits den 16-Kerner SW1060, gefertigt im 65-nm-Prozess, der das Sunway-BlueLight-MPP-System im November 2011 auf Platz 14 der Top500-Liste hievte. Nun folgt der 260-Kerner mit 1,45 GHz. 40 960 solcher Prozessoren kommen im Sunway TaihuLight zum Einsatz.

Überraschend ist das Ganze nicht, schon im vergangenen Jahr hat China angekündigt, im Verlauf von 2016 zwei 100-Pflops-Maschinen fertigzustellen. Der neue Fünfjahresplan hat zudem einen Tianhe-3 mit Performance bis hin zum Exaflops-Bereich bis zum Jahre 2020 fest eingeplant. Mit nunmehr 167 Systemen und 211 PFlops in der Liste überholt erstmals China die USA (165, 173 PFlops) sowohl in Stückzahl als auch in Performance.

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