c't 15/2016
S. 78
Hintergrund
HoloLens-Anwendungen
Aufmacherbild
Bild: Microsoft

Autoteile statt Aliens

Wie Unternehmen die HoloLens einsetzen wollen

Mit der spektakulären Datenbrille von Microsoft können Ingenieure und Architekten digitale Modelle mit realen kombinieren und die Ergebnisse mit Kollegen betrachten. Für viele Szenarien eignen sich herkömmliche VR-Brillen allerdings besser als die HoloLens.

Plötzlich zerbröselt die Wand. Außerirdische Killerdrohnen fliegen durch das Loch ins Wohnzimmer, schweben über dem Couchtisch und eröffnen das Feuer – doch der Spieler ballert die Eindringlinge mit seiner Ionenkanone zurück ins Weltall. Mit dieser Demo eines HoloLens-Spiels begeisterte Microsoft im vergangenen Herbst die Tech-Gemeinde. Nie zuvor hatte jemand echte und virtuelle Realität so beängstigend miteinander vermengt. Auch eine holografische Variante von Minecraft sorgte damals für Furore.

Mittlerweile visiert Microsoft mit der HoloLens allerdings nicht mehr Spieler an, sondern vor allem Architekten, Ingenieure, Designer und Dozenten. Auf der HoloLens-Webseite geht es nicht um Aliens, sondern um das Einrichten von Boutiquen, das Entwerfen von Autoteilen und die Ausbildung von Medizinern. Zu den offiziellen Entwicklungspartnern zählen Airbus, Audi, Autodesk, die Case Western University, die NASA, Volvo und VW. Das ist eigentlich kein Wunder, denn die Brille kostet aufgrund der aufwendigen Hardware 3000 US-Dollar. Auch massenproduziert würde sie wohl über 2000 Dollar kosten. Sie ist also viel zu teuer fürs Wohnzimmer, aber günstig genug für den Profi-Bereich.

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